am letzten Donnerstag veröffentlichte der Vatikan das Dekret mit der Verurteilung der Priesterbruderschaft St. Pius X. – Es ist verständlich, dass die Erklärung, wir seien exkommuniziert, Fragen und Verunsicherung auslöst. Gerade jemand, der mit ganzem Herzen an der Kirche und am Papsttum hängt, ist dadurch tief betroffen. Das harte Vorgehen des Papstes und seiner Kurie braucht daher eine Klarstellung: Wir sind und bleiben römisch-katholisch. Daran ändert kein Dekret etwas.
1. Wir haben kein Schisma begangen!
Ein Schisma besteht nach Thomas von Aquin darin, den Papst oder die Gemeinschaft mit den Gläubigen abzulehnen. Das ist bei uns nicht der Fall! Ein Schisma setzt den Willen zur Spaltung voraus. Diesen Willen haben wir nicht.
2. Die behauptete Exkommunikation ist ungerecht und ungültig.
Das Kirchenrecht zeigt, dass die Exkommunikation der Bischöfe gar nicht eingetreten ist:
Wer aus einer Notlage heraus handelt, wird nicht bestraft. (Can. 1323, 4°) – Die Bischofsweihen geschahen aus einer Notlage, allein zum Heil der Seelen!
Selbst wenn es keine Notlage gäbe und wir irrtümlicherweise eine Notlage annehmen würden, dürfte keine Exkommunikation folgen. (Can. 1324 §3)
Die Gläubigen sind nicht exkommuniziert. Eine „Erklärende Note“ kann keine Strafen verhängen!
Die Exkommunikation ist somit kirchenrechtlich null und nichtig . Niemand von uns ist exkommuniziert!
3. Sie können bei uns weiterhin gültig beichten!
Die durch Papst Franziskus uns verliehene allgemeine Beichterlaubnis wurde nicht wirksam widerrufen. Und selbst wenn, bestünde die gleiche Situation wie vor 2015 : Die Kirche ersetzt im Einzelfall die fehlende Jurisdiktion, so dass die Beichten gültig sind.
4. Standhaftigkeit ist unser Weg, nicht Verbitterung
Diese ungerechte Behandlung schmerzt uns sehr. Aber unser Leiden ist nicht fruchtlos: Wir opfern es auf für den Papst, für die Bischöfe und für die ganze Kirche.
Wir werden nicht in Verbitterung oder Rebellion verfallen. Gerade dadurch unterscheiden wir uns von den tatsächlichen Schismatikern!
Schauen Sie auf die Früchte: Tausende von Seelen finden durch unser Apostolat den Glauben und die Sakramente wieder. Eine Gemeinschaft, die solche Früchte trägt, steht nicht außerhalb der Kirche.
Bleiben Sie standhaft. Bleiben Sie im Gebet. Der heilige Athanasius wurde einst auch verbannt – die Wahrheit jedoch nicht. Sie wird auch heute standhalten.
Der Generalobere An Seine Heiligkeit Papst Leo XIV
Ecône, den 3. Juli 2026
„Wenn ein Sohn einen von euch, der sein Vater ist, um Brot bittet, wird der ihm etwa einen Stein geben? Und wenn er um einen Fisch bittet, gibt er ihm etwa statt des Fisches eine Schlange? Oder wenn er um ein Ei bittet, gibt er ihm etwa einen Skorpion? Wenn nun ihr, obwohl ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel Heiligen Geist denen geben, die ihn darum bitten!“ (Lk 11, 11-13)
Heiligster Vater,
die von Seiner Eminenz, Kardinal Fernández, unterzeichnete Bekanntmachung der vom Heiligen Stuhl bezüglich der Priesterbruderschaft St. Pius X. getroffenen Entscheidung ist uns zugegangen und mittlerweile allgemein bekannt.
Wir haben den Eindruck, dass diese Entscheidung einmal mehr den überaus tragischen Kontext ans Licht bringt, in dem sich die gesamte Kirche befindet. Was die Priesterbruderschaft St. Pius X. getan hat und weiterhin tun wird, ist nichts anderes als eine äußerste Initiative zur Rettung der Seelen inmitten jener doktrinellen und moralischen Verwirrung, in welche die Kirche gestürzt ist. Wir beanspruchen in keiner Weise, uns an die Stelle der Kirche zu setzen, und wir wollen nichts anderes als ihr treu bleiben.
Wir hielten uns gegenüber den Seelen in unserem Gewissen für moralisch zu diesem Handeln verpflichtet, wie wir es Eurer Heiligkeit bereits sowohl privat als auch öffentlich dargelegt haben.
Wir hatten um Brot gebeten, das heißt um ein wenig Verständnis für einen aufrichtigen Gewissenskonflikt, um eine Geste väterlicher Zuwendung – nicht so sehr gegenüber der Priesterbruderschaft St. Pius X., sondern vielmehr gegenüber den Seelen –, und hatten Ihnen versprochen, aus ihnen wahrhafte Kinder der Römischen Kirche zu machen; leider haben wir einen Stein erhalten.
Wir hatten um einen Fisch gebeten, das heißt um die Möglichkeit, vorübergehend die notwendigen Mittel zu erhalten, um weiterhin gute Priester auszubilden, auf dass sie weiterhin ihrem Auftrag nachgehen können, den Seelen Unseren Herrn zu verkünden; leider haben wir eine Schlange erhalten.
Wir hatten um ein Ei gebeten und versprochen, es zurückzugeben, sobald dies möglich sein würde: Denn die heilige Überlieferung, die wir in den Seelen bewahren, gehört der Kirche, unserer Mutter – und nicht der Priesterbruderschaft St. Pius X. –, und wir sind sicher, dass sich eines Tages ein Papst ihrer zum Wohle der Universalkirche bedienen möchte; leider haben wir einen Skorpion erhalten.
Wir hatten darum gebeten, im Glauben aller Zeiten unterwiesen und gestärkt zu werden; stattdessen wurden wir ein zweites Mal für schismatisch erklärt.
Ungeachtet der Sanktionen, die uns treffen, erneuert die Priesterbruderschaft St. Pius X. aufrichtig das Versprechen, das sie Eurer Heiligkeit bereits gegeben hatte. Erlauben Sie mir in diesem Zusammenhang, in aller Freiheit aufzugreifen, was ich bereits zum Ausdruck gebracht hatte:
„Die Bruderschaft verspricht Ihnen, […] all ihre Kräfte der Bewahrung der Tradition zu widmen und diese in den Dienst der Kirche zu stellen. Hierbei begnügt sich die Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht damit, alte Bräuche beizubehalten; sie fördert und bewahrt die priesterlichen Berufungen, die Ordensberufungen, die kinderreichen und tief christlichen Familien – mit einem Wort: alles, was die Lebenskraft der Kirche, der Gnade und des katholischen Glaubens offenbart. Es ist nicht unsere Absicht, der Kirche ein Museum alter Dinge zu präsentieren, sondern die unverkürzte, fruchtbare Tradition, die eine Quelle des geistlichen Lebens ist, verkörpert und gelebt in den Seelen.
[…] Ich bin gewiss, dass eines Tages Sie selbst oder einer Ihrer Nachfolger diesen Dienst werden nutzen können und wollen, dessen Angebot – in der Kirche und für die Kirche – unseren einzigen Daseinsgrund darstellt.“ (Persönlicher Brief an Seine Heiligkeit vom 21. November 2025)
Vor allem aber verspricht Ihnen die Priesterbruderschaft St. Pius X. am heutigen Tage, diese neuen – objektiv ungerechten und ungültigen – Sanktionen weder in Verbitterung noch in Aufbegehren hinzunehmen.
Die jüngsten Verurteilungen treffen uns – wie schon jene der Vergangenheit – in dem, was uns am teuersten ist: in unserer Anhänglichkeit an unsere Mutter, die Römische Kirche. Doch selbst in dieser Prüfung muss alles zum Wohl der Seelen und der Kirche selbst zusammenwirken. Aus diesem Grund drängen uns diese Verurteilungen dazu, die heilige Kirche nur noch mehr zu lieben und ihr nach besten Kräften und mehr denn je in ihren Nöten beizustehen. Aus eben diesem Grunde opfert die Priesterbruderschaft St. Pius X. das durch diese neuen Sanktionen verursachte Leiden bereitwillig auf – zum Wohle der gesamten Kirche und Eurer Heiligkeit.
Wir sind sicher, dass eines Tages Sie selbst oder einer Ihrer Nachfolger sich das Programm des heiligen Pius X. zu eigen machen wird: „Alles in Christus erneuern“, Instaurare omnia in Christo. An jenem Tag wird der Heilige Vater in der Priesterbruderschaft St. Pius X. keine Grube von Schlangen und Skorpionen vorfinden, sondern ein kleines Heer loyaler Söhne, die zu allem bereit sind, um ihn bei der Erneuerung aller Dinge in unserem Herrn zu unterstützen und vor der gesamten Menschheit die unveräußerlichen Rechte Christi des Königs über alle Seelen und über alle Nationen einzufordern.
An jenem Tage wird der Heilige Vater mit großer Freude und tiefem Trost wahrhaft katholische Seelen vorfinden, deren Verbundenheit mit der Kirche sich niemals auf den Treibsand eines mehrdeutigen Dialogs gründete, sondern auf den Felsen des Glaubens Petri.
Wir bitten die allerseligste Jungfrau Maria, sie möge das Kommen dieses Tages beschleunigen. Vor allem wünschen wir Eurer Heiligkeit, diese Freude und diesen Trost so bald wie möglich zu erfahren.
In Erwartung dessen – und wenn Sie es ungeachtet Ihrer jüngsten Entscheidung vermögen: Segnen Sie uns als Ihre Söhne. Für uns hat sich nichts geändert, und niemals wird sich etwas ändern.
Im Vertrauen auf die göttliche Vorsehung, der nichts entgeht und die den Grund eines jeden Menschenherzens kennt,
verbleibe ich, Heiligster Vater, Ihr ganz ergebener Sohn im Herrn.
Predigt von Pater Davide Pagliarani, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X., gehalten anlässlich der Bischofsweihen, die am 1. Juli 2026 in Ecône stattfanden.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Endlich ist der Tag gekommen. Welch eine Freude, so viele von Ihnen zu sehen, die aus allen Teilen der Welt gekommen sind!
Zuallererst möchte ich mich bei allen bedanken, die diesen Tag vorbereitet haben, bei allen, die ihn materiell und mit Hingabe vorbereitet haben, bei allen Kollegen, die Herz, Verstand und Intellekt auf diesen Tag vorbereitet haben, und bei allen, die sich die Mühe gemacht haben, wie Pilger an diesem wahrlich historischen Tag hierher zu kommen.
Ein Beweis des Glaubens
Welche Bedeutung hat dieser Tag genau? Warum sind wir hier? Wie sollen wir diese Weihen verstehen?
Diese Krönungen sind ein polarisierendes Ereignis, dem man unmöglich gleichgültig gegenüberstehen kann. Was bedeutet das für uns?
In erster Linie muss diese Zeremonie ein Ausdruck des Glaubens sein. Das ist sehr wichtig.
Wir entscheiden nicht, was wir glauben oder nicht glauben; wir können es nicht ändern, neu interpretieren oder überdenken; das ist uns unmöglich. Wir haben lediglich die Pflicht, den Glauben zu bewahren, den die Kirche seit jeher gelehrt hat; wir müssen ihn lieben, wir müssen nach ihm leben und wir müssen ihn weitergeben.
Wenn wir unseren Herrn wahrhaft lieben, haben wir die Pflicht, die Segnungen, die uns in erster Linie durch den Glauben zuteilwerden, weiterzugeben. Wer diesen Wunsch, den Glauben weiterzugeben, nicht hat, zeigt damit, dass er selbst nicht mehr im Glauben lebt. Je mehr der Glaube angegriffen wird, je mehr er verschwindet, desto dringlicher wird diese Pflicht, denn ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen, unmöglich, ein gutes Leben zu führen, unmöglich, gerettet zu werden. Und heute ergreifen wir außergewöhnliche Maßnahmen, die dieser Notwendigkeit angemessen sind.
Ein falsches Dilemma: Glaube oder Kirche
Manche mögen also meinen, wir stünden vor einem Dilemma. Wir entscheiden uns für den uneingeschränkten Glauben, trennen uns aber gleichzeitig von der Kirche. Wir müssten uns zwischen Glauben und Kirche entscheiden. Müssen wir mit der Kirche brechen, um den Glauben zu bewahren?
Es handelt sich um ein falsches Dilemma.
Wir gehören der Kirche in erster Linie durch den Glauben an, durch das volle Glaubensbekenntnis, durch das volle Bekenntnis zum Glauben der Kirche. So wie wir einer Nation angehören, weil wir dieselbe Sprache sprechen, dieselbe Identität und dieselbe Kultur teilen; so wie wir einer Familie angehören, weil wir denselben Namen tragen und im selben Haus wohnen; so gehören wir auch der Kirche an, weil wir denselben Glauben bekennen.
Dies ist daher ein falsches Dilemma, in das wir nicht geraten können, denn wir können nicht zwischen Glauben und Kirche wählen; niemand kann diese Wahl treffen. Wir wollen den Glauben der Kirche, um in der Kirche zu bleiben. Wir wollen die Kirche durch den Glauben, im Glauben.
Es ist sehr wichtig, dies zu verstehen, auch wenn die Gegenseite es nicht verstehen will. Dies ist keine Meinungsfrage, keine Frage der Präferenz und keine Option: Es ist eine Notwendigkeit.
Uns wird vorgeworfen, den Papst nicht zu lieben, ihn nicht zu respektieren. Doch gerade weil wir den Papst aufrichtig lieben, als Stellvertreter Christi, als Oberhaupt der Kirche, wollen wir nicht länger mit ansehen, wie er neben falschen Hirten, Vertretern falscher Religionen, gedemütigt wird. Wie oft haben wir das in all den Jahren schon erlebt?
Weil wir den Stellvertreter Christi lieben, wollen wir diese Demütigung des Papstes nicht länger hinnehmen, eine Demütigung, die die ganze Kirche trifft und die mit falschen Religionen gleichgesetzt wird.
Wir sprechen die Sprache des Glaubens
Aber wir haben das alles schon oft erklärt. Wir haben es in fast jeder Sprache erklärt, die es auf der Erde gibt.
Warum werden wir nicht verstanden? Warum sprechen wir grundsätzlich unterschiedliche Sprachen?
Wir sprechen die Sprache des Glaubens; wir wollen den Glauben in seiner ganzen Einfachheit, er ist nicht kompliziert. Das Glaubensbekenntnis ist nicht kompliziert, das Bekenntnis, das die zukünftigen Bischöfe soeben abgelegt haben, ist nicht kompliziert, jeder kann es verstehen.
Wir sprechen die Sprache des Glaubens, die Sprache der Tradition. Und auf der anderen Seite haben wir es mit einer Sprache zu tun, die auf einer anderen Ebene existiert und von anderen Dingen spricht. Es ist die Sprache der Inklusion, des Zuhörens, des Dialogs, der Begleitung.
Wir wünschen uns Glauben. Und dann begleiten wir Menschen im Glauben. Wir hören ihnen im Glauben zu, um sie zum Glauben zu führen und sie zu bekehren.
Um sie zu bekehren, müssen wir aufhören, nur um des Redens willen zu sprechen; sie zu begleiten genügt. Das ist nicht, was die Menschen brauchen. Die Menschen brauchen unseren Herrn, und wir kennen unseren Herrn; wir kommen zu Ihm durch den Glauben und durch den ungeteilten katholischen Glauben – es gibt nur einen.
Deshalb fällt es uns so schwer, einander zu verstehen. Leider sprechen wir verschiedene Sprachen, und zwar Sprachen, die sich im Laufe der Zeit leider immer weiter voneinander entfernen.
Gottes oberstes Gesetz: die Erlösung der Seelen
Wir erleben diese Weihen auch in Hoffnung.
Wir erleben sie nicht in Streit, Spannung, Bitterkeit oder Groll. Wir erleben diese Weihen in Freude und Hoffnung.
Wofür ?
1988 prophezeiten jene, die die Bruderschaft verurteilten, ihre Auflösung. Doch die Vorsehung hatte einen anderen Plan. Warum hatte die Vorsehung einen anderen Plan? Eure Anwesenheit heute beweist es. Gott hat uns nicht verlassen, und Gott wird uns nicht verlassen. All die Jahre haben es gezeigt, und diese Weihen beweisen es erneut.
Aber warum kann Gott uns nicht im Stich lassen?
Die Antwort ist ganz einfach. Gott hat nur einen Gedanken, einen Wunsch, einen Willen: die Seelen zu retten. Wenn jemand den Grundsatz, dass das höchste Gesetz die Seelenrettung ist, wörtlich anwendet, dann ist es Gott selbst. Es ist sein Gesetz, und er wendet es stets wörtlich an.
Deshalb sandte er, entgegen aller Vorstellungskraft und menschlichen Voraussicht, um Seelen zu retten, seinen Sohn. Er bat seinen Sohn, Mensch zu werden und am Kreuz zu sterben.
Wofür ?
Das höchste Gesetz, das Gesetz Gottes, ist die Rettung der Seelen. Deshalb hat Gott uns nicht verlassen und wird uns nicht verlassen; er wird uns stets die Mittel zur Verfügung stellen, die unseren Bedürfnissen entsprechen.
Das Werk der Erlösung mag zwar von Menschen auf Hindernisse stoßen, aber niemals von Gott. Je mehr wir leiden, je mehr wir kämpfen, je mehr wir uns bemühen, ihm treu zu sein, desto näher ist er uns und desto deutlicher offenbart er es uns.
Manchmal straucheln wir, wir haben Zweifel, wir sind vielleicht entmutigt. Doch die Verheißungen Unseres Herrn sind unfehlbar; er hält sie immer. Und heute gibt er uns den Beweis dafür.
Wenn wir weiterhin Gottes Willen, das Wohl der Seelen, um jeden Preis anstreben, wird es uns an nichts mangeln.
Der Kirche dienen wie eine Mutter
Vor allem aber müssen diese Weihen im Geiste der Nächstenliebe verstanden und erfahren werden: Nächstenliebe gegenüber den Seelen und insbesondere Nächstenliebe gegenüber der Kirche. Je verlorener und orientierungsloser die Seelen sind, desto mehr müssen wir sie suchen und ihnen beistehen.
Je mehr die Kirche verspottet wird, je mehr der Glanz ihrer Göttlichkeit verdunkelt wird, desto mehr müssen wir sie lieben, ihr dienen und bereit sein, jeden Preis für den Dienst an der Kirche zu zahlen.
Das größte Opfer, das Gott von uns verlangen kann, ist, als Rebellen behandelt zu werden, wo wir doch der Kirche wie eine Mutter dienen und sie lieben wollen. Welch ein Opfer verlangt Gott von uns, als Rebellen behandelt, als Rebellen gesehen zu werden!
Wir möchten ihr wie einer Mutter dienen. Einer Mutter in Not, überfordert, leidend; einer Mutter, die manchmal auch verraten wird; einer Mutter, die Hilfe braucht und verdient, damit etwas im Namen all dessen getan wird, was sie uns gegeben hat.
Alles, was wir empfangen haben, haben wir durch die Kirche und in der Kirche empfangen. Der Glaube, den wir heute bezeugen und nach dem wir leben wollen, kommt von der Kirche.
Im Namen dessen, was wir von ihr empfangen haben, und im Namen dessen, was sie ist, die Braut Christi, sein mystischer Leib, im Namen all dessen müssen wir alles Mögliche tun, um ihr zu helfen und sie zu unterstützen.
Könnten wir gleichgültig bleiben und nichts tun? „Das ist nicht unser Problem“? Das ist nicht die Forderung an uns. Kann die Bruderschaft gleichgültig bleiben? Nein. Das wäre ein Verrat an der Kirche, ein Versagen der Nächstenliebe; das können wir nicht tun.
Das kostbarste Blut, ein einzigartiges Heilmittel
Es wird Fragen geben, und das heutige Fest, das Fest des Kostbaren Blutes, bringt die Bedeutung dieser Weihen auf wunderbare Weise zum Ausdruck und fasst sie vollkommen zusammen. Dieses Fest erlaubt es uns, alles auf einen einzigen Punkt zurückzuführen: das Blut Unseres Herrn, das Kostbare Blut Unseres Herrn.
Wer das Kostbare Blut Unseres Herrn nicht kennt, wer es nicht liebt, wer es nicht verehrt, der kennt unseren Herrn nicht, der kennt die Erlösung nicht. Und wer unseren Herrn nicht kennt, weiß nichts, hat nichts verstanden.
Das Kostbarste Blut ist das einzigartige, das einzige, das erste und das letzte Heilmittel für alle Übel, die die Menschheit plagen.
Wofür ?
Alles Übel kommt von der Sünde, und das Heilmittel gegen die Sünde ist das Kostbare Blut Unseres Herrn.
Die Erhöhung des Menschen
Alles Übel entspringt der Sünde, und zwar ganz besonders einer, auf die ich Ihre Aufmerksamkeit lenken möchte. Diese Sünde ist seit Anbeginn der Menschheit dieselbe geblieben: die Erhöhung des Menschen. Wir sind, im wahrsten Sinne des Wortes, überall von dieser Erhöhung des Menschen durchdrungen.
Der Mensch, der so bewundernswert, so perfekt, so erstaunlich ist, der Mensch, der angeblich unendliche Würde besitzt … Nun, all das führt in Wirklichkeit zu Stolz. Und auf lange Sicht führt es zu Verachtung Gottes und zu Abfall vom Glauben, zu stillem Abfall. Daher rührt es.
Und je mehr wir die Menschheit in fanatischer Manier verherrlichen, desto weiter entfernen wir sie letztlich von Gott, von ihrer Vollkommenheit und ihrem wahren Gut – es ist eine Katastrophe. Die Menschheit, erfüllt von Rechten, erfüllt von Egoismus, ist unfähig, sich Gott zuzuwenden, unfähig zu erkennen, dass sie von der Sünde verwundet ist und der Erlösung bedarf. Sie braucht unseren Herrn; sie braucht sein kostbares Blut.
Dies ist das größte Übel unserer Zeit, ja der gesamten Geschichte: das Übel, das alles andere umfasst. Diese Plage ist eine Geißel, eine obsessive Idee, die – das muss man anerkennen – selbst die Kirche tief durchdringt. Diese Plage verblendet, sie lähmt die Seelen. Das ist nicht das, was Seelen zu Gott zurückführt.
Die Weisheit des Kreuzes predigen
Wir wollen durch diese Weihen etwas bewirken, wir wollen weiterhin das Kostbare Blut Unseres Herrn verkünden und es auf gewisse Weise weiterhin unter den Seelen verbreiten.
In diesem Blut gründet unser Herr seine Kirche, den Neuen und Ewigen Bund; es gibt nur einen. Wer meint, es gäbe zwei oder drei, glaubt in Wirklichkeit nicht mehr an den unendlichen und einzigartigen Wert des Blutes Unseres Herrn.
Wenn wir vom Wert des Kostbaren Blutes Unseres Herrn sprechen, dürfen wir seinen Ursprung nicht vergessen. Es wurde im reinsten Blut der Gottesmutter gebildet, hervorgebracht und bereitgestellt; sie ist es, die dem Wort seine volle Menschlichkeit verleiht; in ihrem reinsten, unbefleckten Blut wird das Blut Unseres Herrn im Augenblick der Menschwerdung gebildet; sie ist es, die es zusammen mit unserem Herrn zu unserer Erlösung darbringt.
Sie ist es, die es darbringt, sie ist es, die es als Erste aus den Wunden Unseres Herrn hervorkommen sieht, sie sieht es unter dem Holz des Kreuzes fließen, sie ist es, die es am Fuße des Kreuzes sammelt, sie ist es, die es auch heute noch auf dem Altar aufbewahrt, sie ist es, die in der Messe Gnaden über die Seelen ausgießt, sie ist es, die seinen Wert voll und ganz erfasst, und das immer an der Seite Unseres Herrn.
Welch ein Geheimnis! Welch ein Geheimnis, diese Verbindung der Gottesmutter mit ihrem göttlichen Sohn, der immer an ihrer Seite ist!
Seht, wie sich unser ganzer Glaube, unsere Religion, unsere Liebe um das Blut Unseres Herrn dreht, denn alles dreht sich um das Kreuz.
So, liebe Brüder, die ihr in wenigen Augenblicken mit der Fülle des Priestertums bekleidet sein werdet, der Fülle des Priestertums Unseres Herrn, das ist es, kurz gesagt, was wir verteidigen und predigen müssen.
Was für eine Ehre und was für eine Verantwortung!
Die Verkündigung der Erlösung durch das Wort und ihre Verbreitung durch die Sakramente, die Verkündigung der Weisheit des Kreuzes: ein Ärgernis für die Juden und eine Torheit für die Heiden. Eine Torheit, besonders heute, für eine abtrünnige Welt, die nicht verstehen kann, die nicht verstehen will.
Diese Weisheit des Kreuzes ist das einzige Gegenmittel gegen den Humanismus, der zu Gleichgültigkeit und Glaubensabfall führt. Man musst diesen Humanismus stets vor Augen haben.
Wie Lämmer unter Wölfen
Und welchen Rat können wir Ihnen geben?
Ihre Mission, das, was Sie tun werden, ist so heikel, so wichtig, so großartig, dass ich es vorziehe, unseren Herrn selbst durch ein Zitat aus dem Evangelium sprechen zu lassen.
Welchen Rat gibt uns unser Herr heute? Welchen Rat gab unser Herr den Aposteln, als er sie aussandte, um zu predigen?
„Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter Wölfe.“
Das Lamm: ein sehr schönes Bild Unseres Herrn, ein sehr schönes Bild des Bischofs.
Das bedeutet für einen Hirten, dass er zuerst aus der Unschuld des eigenen Lebens predigen muss; es ist die Unschuld, die Reinheit des Lebens, der Moral, die allem, was die Hirten predigen, moralische Autorität verleiht.
Ein Lamm zu sein bedeutet auch, und vor allem, vollkommene Fügsamkeit, vollkommene Unterwerfung unter den Willen Gottes. So wie unser Herr sich stets dem Willen seines Vaters unterordnet, so sollen auch Sie von heute an in noch größerem Maße immer seinen Willen suchen.
Das Lamm Gottes und der Löwe von Juda
Eines dürfen Sie nicht vergessen: Unser Herr, das Lamm Gottes, ist auch der Löwe von Juda.
Wie kann man gleichzeitig Lamm und Löwe sein?
Tatsache ist, dass unser Herr, so ergeben er sich auch dem Willen des Vaters unterwirft, niemals dem Geist der Welt nachgibt. Indem er dem Vater vollkommen dient, gerät er zwangsläufig in Konflikt mit dem Geist der Welt, mit dem Geist des Fürsten dieser Welt.
Und ebenso verhält es sich mit dem Bischof: So fügsam er auch dem Willen Gottes ist, so sehr beansprucht er doch vor der Welt stets die Rechte Unseres Herrn und nicht die Rechte des Menschen.
Ein Löwe flieht niemals, ein Löwe weicht niemals zurück, und vor allem gibt ein Löwe niemals nach. Beugen Sie sich niemals vor diesem weltlichen Geist, rühren Sie sich nicht, weichen Sie nicht zurück; die Hingabe wird Ihnen unwiderstehliche Kraft verleihen.
Von heute an gibt es überall auf der Welt Menschen, die Sie beobachten und Ihnen zuhören. In dreißig, vierzig Jahren sollten sie sagen können:
„Sie beugten sich nicht nieder. Sie beugten ihre Knie nicht vor diesem Geist der Welt. Sie beugten ihre Knie nur vor unserem Herrn, dem König.“
Das ist das Schönste, was man über Sie sagen kann, wenn Sie sterben, die schönste Erinnerung, die Sie hinterlassen können.
Die Vorsicht der Schlange
Und Unser Herr gibt noch einen weiteren Ratschlag:
„Seid unschuldig wie Tauben und schlau wie Schlangen.“
Warum müssen wir wie Schlangen sein? Warum muss ein Bischof wie eine Schlange sein?
Dies bedeutet, die Doppelzüngigkeit, die Zweideutigkeit und die List in der Welt und unter den Feinden des Kreuzes zu erkennen, zu begreifen und zu durchschauen. Eure schlimmsten Feinde werden euch nicht frontal angreifen; sie werden versuchen, euch schrittweise zu einem moderneren Verständnis von Glauben, christlichem Leben und dem Verhältnis zur Welt zu führen – dessen müsst ihr euch bewusst sein.
Wenn Sie diese Gefahr spüren, treten Sie zurück, beten, beobachten Sie, suchen Sie Rat, schätzen Sie die Situation ein und verharren in Stille, bevor Sie reagieren – wie eine Schlange. Wenn Sie reagieren, wenn der Heilige Geist Ihnen die nötige Führung zum Handeln gibt, handeln Sie und schauen Sie niemals zurück.
Das bedeutet, wie eine Schlange zu sein: die Doppelzüngigkeit, die Zweideutigkeit und die List der Welt zu durchschauen und wie Tauben zu sprechen und zu predigen: einfach, ohne Doppelzüngigkeit oder Furcht, ohne Ausflüchte oder Zweideutigkeiten. Die Doppelzüngigkeit, die Sie in anderen erkennen müssen darf niemals Ihre eigene sein.
Das Schwert des Glaubens
Und was sagt Jesus sonst noch? Was sagt Unser Herr?
„Der Bruder wird den Bruder verraten und ein Vater sein Kind, und ihr werdet um meinetwillen und um meines Namens willen von allen gehasst werden. Fürchtet euch vor all dem nicht, denn es gibt nichts Verborgenes, was nicht enthüllt wird, und nichts Geheimes, was nicht bekannt wird.“
„Fürchtet euch nicht vor all dem“, sagt uns Unser Herr. „Überlasst es Mir, überlasst es Mir, zu richten, Ich werde selbst eingreifen, wenn es nötig ist.“
Dafür gibt es eine Bedingung.
„Wer sich nun vor den Menschen zu Mir bekennt, zu dem werde auch ich Mich vor Meinem Vater im Himmel bekennen.“
„Denkt nicht, Ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen, sondern das Schwert.“
Dies sind die Worte Unseres Herrn, die er insbesondere heute an Sie richtet.
In wenigen Augenblicken, wenn der weihende Bischof Ihnen den Krummstab überreicht, wird Ihnen unser Herr ein Schwert geben: Sein Schwert, das Schwert des Evangeliums, das Schwert des Glaubens. Nur durch den Glauben kann man die Welt überwinden, und die Welt ist bereits durch den Glauben überwunden.
Dieses Schwert gehört Ihnen von diesem Tag an in besonderer Weise, und Gott wird besondere Kraft geben, es zu führen, es zur rechten Zeit und auch außerhalb der rechten Zeit einzusetzen.
„Die Feinde eines Mannes werden seine eigenen Hausgenossen sein.“
Man kann nicht von jedem verstanden werden, man kann nicht mit jedem übereinstimmen.
Ist das eine Tragödie? Ist es etwas Unbegreifliches? Nein. Es ist das Gesetz des Evangeliums, es ist das Gesetz des Kreuzes.
Dies sind die Worte des Rates, die unser Herr auch Ihnen heute durch das Evangelium gibt.
Heiliger Kyrill und Erzbischof Lefebvre
Und bevor wir zum Schluss kommen, dürfen wir heute nicht vergessen, Sie all jenen Tausenden heiligen Bischöfen zu empfehlen, die Ihnen in der Geschichte der Kirche vorausgegangen sind.
Wir werden zwei davon besprechen: eine, die der christlichen Antike angehört, und eine, die uns viel näher steht.
Der erste ist der heilige Kyrill, der heilige Kyrill von Alexandrien.
Die Liturgie sagt über ihn das Schönste, was man einem Bischof sagen kann: „zelus fidei sollicitus“ . Er hatte nur ein Anliegen: die Reinheit des Glaubens. Welch ein erhabenes Lebenswerk für einen Bischof! Und er ist in die Geschichte eingegangen als der große Verteidiger der göttlichen Mutterschaft, gehasst von den Ketzern.
Die Liturgie fügt hinzu: „propter fidem multa perpessus est .“ Und deshalb, wegen seiner Sorge um den Glauben, litt er sehr. Bereiten Sie sich darauf vor; man kann den Glauben nicht vollständig verteidigen, ohne zu leiden.
Ihm wurden alle Verbrechen vorgeworfen, und selbst nach seinem Tod schämte er sich weder Unseres Herrn noch unserer Lieben Frau.
Ein anderer Bischof, der Ihr Vorbild ist, uns näher steht, noch nicht heiliggesprochen: Bischof Lefebvre, ganz sicher.
Auch von ihm können wir sagen: zelus fidei sollicitus et multa perpessus . Er hatte nur ein Anliegen: den Glauben, und dafür litt er sehr. Du
Er erkannte klar, wie dieser Glaube in der Heiligen Messe, in der Verteidigung der Heiligen Messe, im Gedenken an das Kostbare Blut Unseres Herrn zusammengefasst ist. Welch eine Weisheit!
Wie konnte er vor so vielen Jahren die Ursachen der Krise mit solcher Klarheit, solcher Weitsicht und solcher Stärke erfassen?
Das ist die Weisheit des Kreuzes; das Kreuz, das er trug, war die Quelle seiner Weisheit. Heute, mehr denn je, ist sein Geist unter uns, ermutigt uns, betet für uns, betet insbesondere für dich und zeigt uns den Weg, den wir gehen sollen, geleitet von dieser Weisheit des Kreuzes.
„Aber der Jünger steht nicht über seinem Meister; es genügt, dass der Jünger wie sein Meister behandelt wird.“
Dies sind noch immer die Worte Unseres Herrn. Vor 38 Jahren verurteilten sie einen Heiligen.
Freut euch und jubelt!
Sollten wir etwas anderes erwarten? Sollten wir Angst haben? Sollten wir in Panik geraten?
Die Frage ist so wichtig, dass ich noch einmal unseren Herrn selbst sprechen lasse; er ist es, der Ihnen antwortet:
„Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen und um meiner Herrschaft willen und um meiner Rechte willen und um meines Gesetzes willen und um meines Glaubens willen und um meiner Gebote willen beschimpfen und verfolgen und fälschlich allerlei Böses über euch reden.“
Darum auch heute: Freut euch und jubelt, denn euer Lohn im Himmel ist groß.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Bischof Osório Citora Afonso in Mosambik ermordet. Bild: vaticannews (Screenshot)
Bischof Osório Citora Afonso in Mosambik ist diesen Samstag erschossen in seinem Haus aufgefunden worden. Papst Leo XIV. habe auf seiner Spanienreise „mit großer Betroffenheit von dem schweren Gewaltakt erfahren“, teilte das Vatikan-Presseamt dazu am Samstagabend mit. Der Papst bete für alle Trauernden und für ein Ende der Gewalt. Die Polizei ermittelt laut nationalen Medienberichten wegen Mordes.
Papst Leo XIV. „schließt sich in dieser Stunde der Verzweiflung im Gebet dem Volk der Diözesen und ganz Mosambiks an, damit der Herr ihnen Trost schenke, jeden Mann und jede Frau in seiner Liebe behüte und die Hand der Gewalttätigen stille“, so die Vatikanmitteilung.
Auch Mosambiks Präsident Daniel Chapo äußerte sich bestürzt über den Vorfall.
Osório Citora Afonso war katholischer Bischof von Quelimane in Mosambik. Der 54-jährige Geistliche und Ordensmann hatte nach Studien in Kinshasa, Rom und Jerusalem an der päpstlichen Botschaft in der Demokratischen Republik Kongo und als Leiter eines Missionszentrums in Norditalien gearbeitet. Danach war er an der Missionsbehörde im Vatikan tätig. Seit 2023 war er Bischof. Die Diözesanleitung von Quelimane wurde Afonso im Juli 2025 von Papst Leo XIV. übertragen, der ihn vergangenen April auch zum Verwalter der Erzdiözese Beira ernannte.
Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser. Gott Heiliger Geist, erbarme dich unser. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser.
V. Herz Jesu, des Sohnes Gottes A. erbarme Dich unser. Herz Jesu, im Schoße der Jungfrau Maria vom Heiligen Geiste gebildet Herz Jesu, mit dem Worte Gottes wesenhaft vereinigt Herz Jesu, unendlich erhaben Herz Jesu, Du heiliger Tempel Gottes Herz Jesu, Du Zelt des Allerhöchsten Herz Jesu, Du Haus Gottes und Pforte des Himmels Herz Jesu, Du Feuerherd der Liebe Herz Jesu, Du Wohnstatt der Gerechtigkeit und Liebe Herz Jesu, voll Güte und Liebe Herz Jesu, Du Abgrund aller Tugenden Herz Jesu, würdig allen Lobes Herz Jesu, Du König und Mitte aller Herzen Herz Jesu, in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis sind Herz Jesu, in dem die ganze Fülle der Gottheit wohnt
V. Herz Jesu, das dem Vater wohlgefällt A. erbarme Dich unser. Herz Jesu, aus dessen Gnade wir alle empfangen Herz Jesu, Du Sehnsucht der Schöpfung von Anbeginn Herz Jesu, geduldig und von voll Erbarmen Herz Jesu, reich für alle, die dich anrufen Herz Jesu, Du Quell des Lebens und der Heiligkeit Herz Jesu, Du Sühne für unsere Sünden Herz Jesu, mit Schmach gesättigt Herz Jesu, wegen unserer Missetaten zerschlagen Herz Jesu, bis zum Tode gehorsam Herz Jesu, durchbohrt von der Lanze Herz Jesu, Du Quell allen Trostes Herz Jesu, unsere Auferstehung und unser Leben Herz Jesu, unser Friede und unsere Versöhnung Herz Jesu, Du Opferlamm für die Sünder Herz Jesu, Du Rettung aller, die auf dich hoffen Herz Jesu, Du Hoffnung aller, die in dir sterben Herz Jesu, Du Freude aller Heiligen
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt – verschone uns, o Herr Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt – erhörte uns, o Herr Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt – erbarme dich unser Jesus, gütig und selbstlos von Herzen – bilde unser Herz nach deinem Herzen
Lasset uns beten: Allmächtiger, ewiger Gott, schau hin auf das Herz deines geliebten Sohnes und auf das Lob und die Sühne, die es dir für die Sünder darbringt. Verzeihe allen, die deine Barmherzigkeit anflehen, im Namen deines Sohnes Jesus Christus, der mit dir lebt und herrschtvon Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Priesterweihen in Zaitzkofen Bild: FSSPX (Screenshot)
Ich bin überzeugt, dass sich die Kirche durch die FSSPX erneuert
Von P. Joachim Heimerl von Heimthal*
Vielleicht geht es Ihnen wie mir? Ich gehöre nicht zur Priesterbruderschaft St. Pius X., verfolge aber aufmerksam ihr Wirken und bin dankbar dafür. Ohne die Bruderschaft würde die überlieferte Messe heute vergessen sein und ich selbst hätte sie nie kennengelernt.
Regelmäßig erhalte ich eine Aussendung der Piusbruderschaft und lese sie mit persönlichem Gewinn. Noch nie habe ich darin etwas gefunden, was dem katholischen Glauben widerspricht oder ihn verfinstert, während dies in den offiziellen Texten der Kirche und des Papstes permanent geschieht. An der Katholizität der Bruderschaft besteht kein Zweifel; erst kürzlich hat sie ein beeindruckendes „Glaubensbekenntnis“ vorgelegt, das jene Grundpositionen zusammenfasst, die die Kirche immer gelehrt hat, die sie heute aber kaum mehr teilt. Dieses „Glaubensbekenntnis“ macht wie ein Ausrufezeichen deutlich, wie groß der Glaubensabfall geworden ist, der gegenwärtig die Kirche erfasst. Zwei Beispiele verdeutlichen dies:
Dass der Herr mit seinem Blut einen neuen und ewigen Bund gestiftet hat, bezeugen die Evangelien und bekräftigen die Wandlungsworte, die der Priester in der Heiligen Messe betet. Dass mit diesem Bund der Bund Gottes mit dem Volk Israel aufgehoben wurde, hat die Kirche nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift immer bekräftigt. Heute empfindet sie dies als anstößig und monopolistisch, und wirft bösartig jenen „Antisemitismus“ vor, die auf ihre bisherige Lehre bestehen.
Leider gilt dies auch für die geoffenbarte Wahrheit, dass es außerhalb des neuen Bundes kein Heil gibt, und dass es nur die katholische Kirche ist, die dieses Heil in den Sakramenten spendet. Insbesondere geschieht dies in der Heiligen Messe, von der die Piusbruderschaft bekennt: „Die heilige Messe ist die Fortführung des Kreuzesopfers in der Zeit, dargebracht für viele und erneuert auf dem Altar. Obwohl auf unblutige Weise dargebracht, ist das heilige Messopfer seinem Wesen nach sühnend und versöhnend. Kein anderer Kult bewirkt die vollkommene Anbetung. Kein anderer Kult, der nicht mit ihm in Verbindung steht, ist Gott wohlgefällig. Kein anderes Mittel ist hinreichend für die Heiligung der Seelen. Folglich kann das heilige Messopfer in keiner Weise auf ein bloßes Gedächtnis, auf ein geistiges Mahl oder auf eine vom Volk gefeierte heilige Versammlung reduziert werden; ebenso wenig auf eine Feier des Ostergeheimnisses ohne Opfer, ohne Genugtuung gegenüber der göttlichen Gerechtigkeit, ohne Sühne für die Sünden, ohne Versöhnung und ohne Kreuz.“
Klarer kann man die Lehre der Kirche nicht auf den Punkt bringen, und ich erinnere mich nicht, jemals Vergleichbares gehört zu haben, weder von den allermeisten Bischöfen noch von den Päpsten unserer Zeit. Im Gegenteil: Ich bin nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil geboren und habe meine katholische Sozialisation – pardon – mit einer ungeheuren Lüge erfahren, die ich wie viele lange nicht als Lüge erkannte und die mich heute umso mehr entsetzt. Ich meine die Lüge von der angeblichen Kontinuität, die Lüge, die besagt, die Kirche sei nach DEM Konzil dieselbe geblieben und habe Lehre und Liturgie nicht wesentlich verändert. Wer das „Glaubensbekenntnis“ der Piusbruderschaft liest, erkennt wie in einem Spiegel, dass dem nicht so ist, und gerade die „neue“ Messe unterstreicht mit ihrer nicht-katholischen Grundausrichtung eben dies. Fast scheint es, die Kirche gleiche heute einer Trümmerlandschaft und ihr Glaube wirke wie eine Ruine.
Dass die Piusbruderschaft in dieser Situation beschlossen hat, eigene Bischöfe zu weihen, ist verständlich, und ich bin froh, dass sie das tut. Wenn dies ohne päpstliches Mandat geschieht, illustriert dies lediglich die desolate Situation der Kirche. Dazu gehört auch, dass dies die „Exkommunikation“ zur Folge haben wird.
Auf die „Exkommunikation“ kommt es allerdings nicht (mehr) an. Stattdessen wäre zu fragen, ob man diejenigen überhaupt wirksam exkommunizieren kann, die als Einzige den katholischen Glauben bekennen, während Päpste Häresien verkünden und ihre Knie vor falschen Götzen beugen. Ich denke, vor Gott dürfte eine solche „Exkommunikation“ keinen Bestand haben, und schon deshalb ist niemand gezwungen, sie sich zu eigen zu machen. Dies übrigens umso weniger, als heute im Allgemeinen niemand mehr exkommuniziert wird, auch nicht wegen Häresie und Apostasie, nicht einmal die Bischöfe in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Mit der voraussichtlichen „Exkommunikation“ der Piusbruderschaft stürzt allerdings ein weiteres Lügengebilde zusammen: Die Kirche, die sich „synodal“ und „ökumenisch“ als „everybody’s darling“ gibt, erweist sich als mit sich selbst zerfallen und als erbitterte Feindin ihrer eigenen Tradition. Letztlich hat sie sich damit von der Offenbarung Gottes abgewandt und stellt dies täglich unter Beweis.
Aus diesem Grund ist die Frage nach den Bischofsweihen der Piusbruderschaft eine Anfrage an uns selber: Auf welcher Seite stehen wir? Auf der Seite des neuen, pseudo-katholischen Glaubens der nachkonziliaren Kirche und damit auf derjenigen der „neuen“ Messe? Oder auf der Seite des überlieferten Glaubens, der sich nur in der traditionellen Messe ausdrückt und nirgendwo sonst? Einen bequemen Mittelweg gibt es nicht, und auch die traditionellen Gemeinschaften, die pro forma das Zweite Vatikanische Konzil anerkennen, scheiden bei der Beantwortung dieser Frage letztlich aus; es geht um alles oder nichts.
Schon deshalb darf es keine Rolle spielen, ob wir uns mit unserer Unterstützung der Piusbruderschaft selber die „Exkommunikation“ zuziehen. Vielmehr ist es ein Gebot der Solidarität und der Aufrichtigkeit, hier eine klare Haltung einzunehmen. Dazu gehört für alle, die sich zur Tradition bekennen, dass sie sich von den Irrtümern distanzieren, die in der Kirche um sich greifen, und auch, dass sie diese – etwa über die Kirchensteuer – nicht mehr finanzieren. Darüber hinaus ist es wichtig, ein persönliches Zeugnis für den katholischen Glauben abzulegen, das heute nur lauten kann: „Je suis Pie X.!“
Danken wir Gott, dass es die Piusbruderschaft gibt, denn ohne sie wäre die Tradition verloren. – Gewiss: Auch die Piusbruderschaft ist keine „societas perfecta“ (welche Gemeinschaft ist das schon?), aber ich bin davon überzeugt, dass sie den Glauben der Kirche nicht nur bewahrt, sondern dass sich die Kirche durch sie erneuert. Es ist unübersehbar: Überall wo die überlieferte Messe gefeiert wird, blüht die Kirche auf, und ohne die Priesterbruderschaft St. Pius X. wäre dies niemals geschehen.
*Joachim Heimerl von Heimthal, Priester der Erzdiözese Wien, studierte Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theologie. Er ist promovierter Germanist und war Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Neben literaturwissenschaftlichen Arbeiten ist er Autor zahlreicher Aufsätze und Kommentare zu kirchlichen Themen in in- und ausländischen Medien.
Auch in Zeiten des Krieges wird Papst Leo XIV. zufolge Frieden möglich, wenn Menschen auf den Schrei jener hören, die keinen Frieden haben: den Schrei schuldloser Kinder, verzweifelter Eltern, misshandelter Gefangener und Flüchtlinge. „Sie alle haben nur ein einziges Wort auf den Lippen: Frieden!“, erklärte der Papst bei einem Rosenkranzgebet für den Frieden in den Vatikanischen Gärten.
Seine Heiligkeit Papst Leo XIV. leitete erneut ein großes Friedensgebet, das diesmal zugleich den Abschluss des Marienmonats Mai markierte. Die Andacht fand vor der Nachbildung der Lourdesgrotte in den Vatikanischen Gärten statt, gebetet wurde der freudenreiche Rosenkranz. 2000 Menschen waren gekommen, um mitzubeten, andere sahen über die Großbildschirme auf dem Petersplatz zu, bei denen auch Gebetsmomente aus 16 in Live-Schalte teilnehmenden Wallfahrtsorten eingeblendet wurden. Die Vatikanmedien übertrugen das Friedensgebet aus dem Vatikan in acht Sprachen live. Insgesamt 100.000 Menschen nahmen Angaben des Dikasteriums für die Evangelisierung letztlich dank der Übertragung in über 200 Wallfahrtsorten weltweit teil.
Am Ende des Rosenkranzes ergriff Papst Leo XIV. das Wort. „Gott sucht Friedensstifter!“, erklärte er. Frieden sei weder eine Theorie noch etwas, das „interessengeleitet gehandhabt werden kann“, sondern vielmehr eine tägliche Aufgabe im Leben jedes und jeder einzelnen. „Jeder kann und muss seinen Teil dazu beitragen“, stellte der Papst klar. Der Frieden fange an „mit kleinen, aber wichtigen Dingen“, etwa mit dem Vermeiden von jeder sprachlichen oder körperlichen Gewalt, „im Alltag und auch in den sozialen Medien“.
Friede sei immer möglich, denn er sei ein Geschenk Gottes. Das Gebet um den Frieden sei deshalb ein Auftrag und eine Prophezeiung. „Es darf in unseren Städten kein Weinen Unschuldiger mehr geben; niemand soll wegen der Bedrohung durch Bomben aus seinem Zuhause fliehen müssen; Machtgier und verbale Gewalt werden dem Durst nach Gerechtigkeit und Wahrheit weichen“, so der Papst.
Freilich brauche es auch eine Offenheit für Gott, um Frieden zu finden, so der Papst weiter. „Wenn wir uns wie wahre Jünger seiner Liebe verhalten, dann vermag der Heilige Geist das zu vollbringen, was menschlich gesehen unmöglich erscheint.“ Wer sich hingegen von Gott entferne, bleibe gleichgültig gegenüber dem Leid der anderen.
Der Rosenkranz für den Frieden von Papst Leo XIV. war als „Geste der Verbundenheit“ mit allen Ländern im Krieg angelegt. Die vatikanische Evangelisierungsbehörde hatte Wallfahrtsorte auf der ganzen Welt dazu eingeladen, sich mit eigenen, synchronen Gebeten zu beteiligen.