Der Dschihadist konnte mich nicht köpfen

Ein Dschihadist wollte den Franziskaner Pater Abuna Nirwan töten. Obwohl er es wollte, gelang es ihm nicht, so fragte er den Priester: „Wer bist Du?“

Zeugnis von Pater Abuna Nirwan

(Jerusalem) Abuna Nirwan ist ein aus dem Irak stammender Franziskaner. Vor seiner Priesterweihe hatte er ein Medizinstudium absolviert. Als er 2004 für seinen Orden in das Heilige Land ging, schenkten ihm die Dominikanerinnen des Rosenkranzes (auch Rosenkranzschwestern) eine Reliquie und einen Rosenkranz ihrer Gründerin, die Pater Nirwan immer bei sich trägt.

Maria Alfonsina Ghattas und die Dominikanerinnen des Rosenkranzes

  

Maria Alfonsina Ghattas

Die Dominikanerinnen des Rosenkranzes, ein Missionsorden, wurden von Maria Alfonsina Danil Ghattas gegründet, einer palästinensischen Katholikin, die 1843 im damals noch zum Osmanischen Reich gehörenden Jerusalem geboren wurde. In jungen Jahren trat sie einer französischen Ordensgemeinschaft bei, gründete aber 1880, nach einer Vision, einen eigenen Orden für arabische Mädchen. Die heute in acht Ländern des Nahen Ostens verbreitete Missionsgemeinschaft ist der einzige Orden, der im 1847 wiedererrichteten Lateinischen Patriarchat von Jerusalem gegründet wurde.

2009 wurde Maria Alfonsina Danil Ghattas in der Verkündigungsbasilika von Nazareth seliggesprochen. Am 17. Mai 2015 erfolgte durch Papst Franziskus die Heiligsprechung. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 25. März, an dem sie 1927 in Ein Karim bei Jerusalem (damals britisches Völkerbundsmandat für Palästina) gestorben ist.

Als Benedikt XVI. 2009 ein Wunder für die Seligsprechung der Ordensfrau anerkannt hatte, ordnete der Heilige Stuhl wie üblich die Exhumierung der Leiche an. Der Ortsbischof beauftragt damit einen Arzt. Mit der Exhumierung der Leiche von Maria Alfonsina Danil Ghattas wurde aufgrund seiner Ausbildung Pater Nirwan beauftragt, er auch den medizinischen Bericht dazu verfaßte.

Pater Nirwan (Mitte) als Leiter der Exhumierung

Wie der in Jerusalem lebende, spanische Opus-Dei-Priester Santiago Quemada auf seinem Blog Un sacerdote en Tierra Santa (Ein Priester im Heiligen Land) berichtete, hatte sich zwei Jahre zuvor Außergewöhnliches ereignet. Der Bericht von Quemada wurde nun von verschiedenen Medien aufgegriffen.

Was zu berichten ist, ereignete sich am 14. Juli 2007. Abuna Nirwan, der damals schon drei Jahre im Heiligen Land wirkte, stattete von dort aus seiner Familie im Irak einen Besuch ab. In Jordanien bestieg er ein Taxi, wie er im Frühjahr 2016 in der Predigt in der fast zur Gänze christlichen Palästinenserstadt Beit Jalla bei Bethlehem erzählte.

„Damals war es nicht möglich, meine Familie mit dem Flugzeug zu besuchen. Das war verboten. Als Transportmittel kam daher nur das Auto in Frage. Meine Absicht war es, Bagdad zu erreichen und von dort nach Mossul zu gelangen, wo meine Eltern lebten.
Der Fahrer war verängstigt wegen der Lage, die im Irak herrschte. Eine Familie – Vater und Mutter mit einem zwei Jahre alten Mädchen – hatten gefragt, ob sie mitfahren könnten. Der Taxifahrer sagte mir, sie hätten ihn darum gebeten. Ich hatte nichts dagegen einzuwenden. Es waren Muslime. Der Fahrer war Christ. Er sagte ihnen, daß im Taxi Platz ist, und sie mitfahren können. Wir haben an einer Tankstelle gehalten, wo ein anderer junger Muslim fragte, ob er nach Mossul mitfahren könne. Da noch Platz war, haben wir auch ihn mitgenommen.
Die Grenze zwischen Jordanien und dem Irak war bis zum Morgen geschlossen. Als die Sonne aufging, öffnete sich der Schlagbaum und an die 50 oder 60 Fahrzeuge setzten sich hintereinander langsam in Bewegung.
Wir setzten unsere Reise fort. Nach mehr als einer Stunde kamen wir an einen Kontrollpunkt. Wir legten unsere Reisepässe bereit und hielten an. Der Fahrer sagte: ‚Ich habe Angst vor dieser Gruppe‘. Es handelte sich um einen Militärkontrollposten. Wie sich aber herausstellte, hatte eine islamische Terrororganisation die Soldaten getötet und die Kontrolle über den Posten übernommen.
Als wir beim Check Point waren, wurden unsere Pässe kontrolliert, während wir im Auto blieben. Dann gingen sie mit den Pässen weg. Eine Person kam wieder und sagte zu mir: ‚Pater, wir setzen die Überprüfung fort. Sie können ins Büro kommen.‘ ‚Nun gut‘, sagte ich, ‚wenn wir kommen sollen, dann kommen wir.‘ Wir sind dann alle eine Viertelstunde zu Fuß gegangen, bis wir zu einer Baracke kamen, die man uns angewiesen hatte.
Dort angekommen, kamen zwei Männer mit vermummtem Gesicht heraus. Einer hatte eine Videokamera in einer Hand und ein Messer in der anderen. Der andere hielt einen Koran in der Hand. Sie kamen auf uns zu, und einer fragte mich: ‚Pater, woher kommst Du?‘ Ich sagte, aus Jordanien. Dann wiederholte er die Frage an den Fahrer. Schließlich drehte er sich zum jungen Mann, der mit uns reiste, packte ihn von hinten und tötete ihn mit dem Messer. Wir waren wie erstarrt. Sie fesselten mir die Hände und sagten zu mir: ‚Vater, wir zeichnen alles auf für Al Jazeera. Willst Du etwas sagen? Aber nicht länger als eine Minute‘. Ich sagte: „Nein, ich möchte nur beten“. Sie ließen mich eine Minute beten.
Dann drückte mich der Mann zu Boden bis ich vor ihm auf die Knie fiel und sagte: „Du bist ein Priester. Es ist verboten, daß Dein Blut auf die Erde fällt, das wäre ein Sakrileg.“ Er holte einen Kübel und kam, um mir die Kehle durchzuschneiden. Ich weiß nicht mehr, welche Gebete ich in diesem Augenblick gebetet habe. Ich hatte große Angst. Dann sagte ich zu Maria Alfonsina: ‚Wenn es so sein soll, daß der Herr mich fortnimmt, dann bin ich bereit. Wenn dem aber nicht so ist, bitte ich Dich, daß auch niemand anderer stirbt.“
Der Mann packte meinen Kopf und führte mit der anderen Hand sein Messer heran. Dann geschah nichts. Nach einem Augenblick der Stille sagte er: ‚Wer bist Du?‘ Ich antwortete:  ‚Ein Ordensbruder‘. Darauf sagte er: ‚Und warum gelingt es mir nicht, das Messer anzusetzen? Wer bist Du?‘
Ohne daß ich antworten konnte, ließ er von mir ab und sagte: ‚Pater, Du und alle anderen, kehrt zum Auto zurück.‘
Das haben wir dann auch getan und konnten die Fahrt fortsetzen.
Seit diesem Augenblick habe ich aufgehört, Angst vor dem Tod zu haben. Ich weiß, daß ich eines Tages sterben werde, aber nun ist mir wirklich bewußt, daß das dann sein wird, wenn Gott es will. Seither habe ich keine Angst mehr, vor nichts und niemand. Was mir geschieht, wird nach dem Willen Gottes geschehen. Er wird mir die Kraft geben, Sein Kreuz zu nehmen. Was zählt, ist der Glaube. Gott nimmt sich derer an, die an Ihn glauben.“

Quelle: katholisches.info Bild: Vatican.va/Franziskanerkustodie (Screenshots)

 

10.12.2018 – Montag der 2. Adventswoche

Hl. Aelred von Rievaulx (1110-1167) – Zisterzienserabt

„Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?“

Unglückseliger Adam! Was hast du bloß, über die Gegenwart Gottes hinaus, noch gesucht? Jetzt aber, du Undankbarer, sinnierst du über deine Missetat: „Nein, ich werde sein wie Gott!“ (vgl. Gen 3,5). Welch unerträglicher Stolz! Soeben erst wurdest du aus Ton und Schlamm geformt und willst jetzt in deiner Anmaßung sein wie Gott? […] So hat der Stolz den Ungehorsam gezeugt, die Ursache unseres Unglücks […] Welche Demut könnte einen solchen Stolz wieder gutmachen? Welch menschlicher Gehorsam eine solche Schuld sühnen? Wie könnte ein Gefangener einen Gefangenen befreien? Wie ein Unreiner einen Unreinen? Ist also dein Geschöpf, o Gott, dem Verderben ausgeliefert? „Hat Gott vergessen, dass er gnädig ist? Oder hat er im Zorn sein Erbarmen verschlossen?“ (Ps 77(76),10). Nein! „Ich kenne die Gedanken, die ich für euch denke – Spruch des HERRN -, Gedanken des Friedens und nicht des Unglücks“ (vgl. Jer 29,11). Beeile dich, Herr, komm schnell! Schau auf die Tränen der Armen! „Das Stöhnen des Gefangenen komme vor dein Angesicht!“ (Ps 79(78),11). Welch glücklicher Augenblick, welch heller und ersehnter Tag, wenn die Stimme des Vaters ertönt: „Wegen der Unterdrückung der Schwachen, wegen des Stöhnens der Armen stehe ich jetzt auf“ (Ps 12(11),6). […] Ja, „hilf doch, HERR, der Fromme ist am Ende, ja, verschwunden sind die Treuen unter den Menschen“ (vgl. Ps 12(11),2).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 10.12.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 5,17-26

Eines Tages, als Jesus lehrte, saßen unter den Zuhörern auch Pharisäer und Gesetzeslehrer; sie waren aus allen Dörfern Galiläas und Judäas und aus Jerusalem gekommen. Und die Kraft des Herrn drängte ihn dazu, zu heilen. Da brachten einige Männer einen Gelähmten auf einer Tragbahre. Sie wollten ihn ins Haus bringen und vor Jesus hinlegen. Weil es ihnen aber wegen der vielen Leute nicht möglich war, ihn hineinzubringen, stiegen sie aufs Dach, deckten die Ziegel ab und ließen ihn auf seiner Tragbahre in die Mitte des Raumes hinunter, genau vor Jesus hin. Als er ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: Deine Sünden sind dir vergeben.              Da dachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer: Wer ist das, dass er eine solche Gotteslästerung wagt? Wer außer Gott kann Sünden vergeben?
Jesus aber merkte, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was habt ihr für Gedanken im Herzen?
Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!
Im gleichen Augenblick stand der Mann vor aller Augen auf. Er nahm die Tragbahre, auf der er gelegen hatte, und ging heim, Gott lobend und preisend. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten voller Furcht: Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

09.12.2018 – Worte von Bruder Johannes Paul CFM.SCJ

Von Bruder Johannes Paul CFM.SCJ , Herz Jesu Franziskaner

„JESUS, der Gottmensch, hat sich im Allerheiligsten Sakrament des Altares für uns als Seelen-Speise hinterlassen. Sehnsüchtig wartet das Heiligste Herz Jesu auf uns im Tabernakel.“

„Sei nicht entmutigt, denn JESUS wird mit dir sein, wohin auch immer du gehst. JESUS ist zu allen Zeiten unser Begleiter.“

Ⓒ corjesu.info CFM.SCJ – Kongregation der Herz Jesu Franziskaner  2015-2018

09.12.2018 – 2. Adventssonntag

Seliger Guerricus von Igny (1080-1157) – Zisterzienserabt

„Jubeln werden die Wüste und das trockene Land, jauchzen wird die Steppe und blühen wie die Lilie“ (Jes 35,1)

„Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn!“: Brüder, wir müssen vor allem anderen über die Gnade der Einsamkeit nachsinnen, über die Seligkeit der Wüste, die seit Beginn der Heilszeit es wert war, der Erholung der Heiligen zu dienen. Gewiss, die Wüste ist uns heilig durch die „Stimme eines Rufers in der Wüste“, Johannes des Täufers, der dort predigte und eine Taufe zur Vergebung der Sünden spendete. Schon vor ihm hatten die heiligsten unter den Propheten bereits die Einsamkeit als einen Ort geliebt, der vom Geist Gottes bevorzugt wird (vgl. 1 Kön 17,2ff.; 19,3ff.). Doch dieser Ort erfuhr eine unvergleichlich größere Gnade der Heiligung, als Jesus den Platz des Johannes einnahm (Mt 4,1) […] Vierzig Tage blieb er in der Wüste, als wolle er den Ort für ein neues Leben reinigen und heiligen; er besiegte den Despoten, der ihn dort heimsuchte, weniger für sich selbst als für die, die hier leben würden […] Erwarte also in der Wüste den, der dich aus Angst und Ungemach rettet. Welche Kämpfe auch immer dort über dich hereinbrechen, unter welchen Entbehrungen du auch leidest – geh nicht nach Ägypten zurück. Die Wüste wird dich mit Manna besser ernähren. […] Jesus hat in der Wüste gefastet, viele Male jedoch hat er die vielen Menschen, die ihm dorthin gefolgt sind, auf wunderbare Weise mit Nahrung versorgt […] In dem Augenblick, wo du glaubst, er habe dich längst verlassen, kommt er, eingedenk seiner Güte, dich zu trösten und sagt: „Ich gedenke deiner Jugendtreue, der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir in der Wüste gefolgt bist“ (Jer 2,2). Da macht er dann wirklich aus dieser Wüste ein Paradies der Wonnen, und du wirst wie der Prophet Jesaja verkünden: „Die Herrlichkeit des Libanon wurde ihr gegeben, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon“ (Jes 35,2). […] Dann wird aus deiner gelabten Seele eine Lobeshymne hervorquellen: „Sie sollen dem HERRN danken für seine Huld, für seine Wundertaten an den Menschen, denn er hat gesättigt die lechzende Kehle und die hungernde Kehle hat er gefüllt mit Gutem“ (Ps 107(106),8–9).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 09.12.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 3,1-6

Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene; Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias. Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.
So erfüllte sich, was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Das süße Leben von Kardinal Maradiagas rechter Hand

Kardinal Maradiga mit dem inzwischen zurückgetretenen Weihbischof Pineda. In Honduras wurden die schwerwiegenden Vorwürfe bisher nicht untersucht und aufgearbeitet. Eine Online-Zeitung fordert „gründliche Ermittlungen“.

(Tegucigalpa) Ende Juli, in etwa zur selben Zeit als Skandal-Kardinal Theodore McCarrick auf seine Kardinalswürde verzichten mußte, verlor auch ein Weihbischof sein Amt. Die beiden Fälle weisen zahlreiche Parallelen auf und auch eine Ähnlichkeit, wie Rom damit umgeht. In beiden Fällen konnte das Problem nicht beseitigt werden, weil der Wille zur wirklichen Reinigung zu fehlen scheint.

Im Zusammenhang mit dem Fall McCarrick setzt das Dossier des ehemaligen Apostolischen Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Viganò, Papst Franziskus gehörig unter Druck. Das Kirchenoberhaupt schweigt und hofft, daß in der schnellebigen Zeit die Sache rasch vergessen wird.

Große Probleme herrschen weiterhin auch rund um den zweiten Fall, der das Erzbistum von Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga in Honduras betrifft. Wie McCarrick steht auch Kardinal Maradiaga der päpstlichen Linie sehr nahe. Im Juli mußte Maradiagas rechte Hand, Weihbischof Juan Jose Pineda Fasquelle, wegen sexuellen Mißbrauchs und eines homosexuellen Doppellebens zurücktreten. Die Sache wurde allerdings im Detail etwas anders gehandhabt als der Fall McCarrick. Über den nunmehrigen Ex-Kardinal aus den USA berichtete im Sommer sogar die New York Times. Der Fall Pineda konnte medial hingegen auf kleinerer Flamme gehalten werden. Offiziell mußte er nicht zurücktreten, sondern habe „auf eigenen Wunsch“ um seine Entbindung gebeten, um sich „neuen Aufgaben“ zuzuwenden. So jedenfalls die Version des Heiligen Stuhls und des Erzbistums Tegucigalpa. Anstatt Ermittlungen gegen Pineda einzuleiten und kanonische Strafen gegen ihn zu verhängen, half der Vatikan mit, alles unter den Tisch fallen zulassen.

Der Grund? Pineda ist ein Protegé von Kardinal Maradiaga, und der ist wiederum einer der engsten Vertrauten und Berater von Papst Franziskus und als Koordinator dessen Schlüsselfigur im C9-Kardinalsrat für die Kurienreform und die Leitung der Weltkirche. Maradiaga, so Tosatti, spielt seit der Wahl von Papst Franziskus auch bei wichtigen Bischofsernennungen eine Rolle, so beispielsweise (zusammen mit McCarrick) bei der Ernennung von Blase Cupich zum Erzbischof von Chicago und von Pena Parra zum neuen Substituten des vatikanischen Staatssekretariats.

„Große Probleme“ nicht überwunden

Der Vatikanist Marco Tosatti warf, rund vier Monate nach Pinedas „freiwilligem“ Rücktritt, einen Blick auf die Lage im honduranischen Erzbistum. Sein Resümee: Die „großen Probleme“ in der Diözese von Kardinal Maradiaga und insgesamt in der Kirche von Honduras sind nicht überwunden.

Am 8. und 16. November veröffentlichte die „glaubwürdige“ honduranische Online-Tageszeitung ConfidencialHN die Schilderung eines „Schlüsselzeugen“ und neue Dokumente, so Tosatti.

„Sie bestätigen nicht nur viele der Anschuldigungen gegen den ehemaligen, in Ungnade gefallenen Weihbischof von Tegucigalpa, sondern liefern auch neue Details zum Fall.“

Erste Berichte über Pineda waren außerhalb Honduras vom italienischen Wochenmagazin L’Espresso zum Jahreswechsel 2017/2018 veröffentlicht worden und standen in direktem Zusammenhang mit Kardinal Maradiaga. Es wurde aufgedeckt, daß sich der Kardinal jährlich von der Katholischen Universität von Honduras, deren Großkanzler er ist, Extra-Zuwendungen in der Höhe von 600.000 Dollar auszahlen ließ.

Papst Franziskus nahm seinen Vertrauten jedoch sofort in Schutz und gab zu verstehen, an ihm festhalten zu wollen. Seither rückte dessen „rechte Hand“ im Erzbistum Tegucigalpa stärker ins Licht der Scheinwerfer. Dabei kam Erstaunliches zum Vorschein.

Anschuldigungen gegen Weihbischof Pineda

Weihbischof Pineda wurde beschuldigt, Seminaristen des zentralen Priesterseminars sexuell korrumpiert und mißbraucht zu haben. 48 von insgesamt 180 honduranischen Seminaristen schrieben im vergangenen Juni einen Protestbrief, um auf die untragbaren Zustände im Seminar aufmerksam zu machen. Bereits 2016 hatte der ehemalige Regens Pineda den Lehrauftrag entzogen und ihm Hausverbot erteilt. Kardinal Maradiaga kam seinem Weihbischof aber zu Hilfe, setzte den Regens ab und verschaffte Pineda 2017 wieder Zutritt zum Seminar.

Bischof Pineda „verschwendete Geld an Geliebte, Autos, Motorräder und Immobilien“

Pineda wurde zudem beschuldigt, nicht nur im Priesterseminar Jagd auf Sex-Objekte zu machen, sondern auch außerhalb des Seminars eine ganze Reihe von Homo-Gespielen zu haben. Mit einem von ihnen, dem Mexikaner Cravioto, unterhielt er längere Zeit im erzbischöflichen Palais Villa Iris eine homosexuelle Beziehung – Tür an Tür mit Kardinal Maradiaga. Dieser will nichts von alledem mitbekommen haben und bestreitet nach wie vor das homosexuelle Doppelleben seines Adlatus.

Pineda wurde auch beschuldigt, sehr locker mit den Finanzen des Erzbistums umgegangen zu sein, um sich seine sexuellen Eskapaden leisten zu können. Als die Sexspiele mit Cravioto im erzbischöflichen Palais schon für zuviel Gerede sorgten, soll Pineda in der Altstadt eine Wohnung für ihn angemietet oder gekauft haben. Eine Reihe von Geldflüssen für das Erzbistum sollen auf die Privatkonten des Weihbischofs geflossen sein, darunter Fördergelder des Staates, wie im März der National Catholic Register berichtete. Insgesamt soll sich Pineda staatliche Subventionen im Wert von 1,3 Millionen Dollar angeeignet haben, die für karitative Zwecke gewährt wurden. Das Geld sei laut den neuen Quellen „vollkommen verschwunden“.

Der Visitationsbericht und ein untätiger Papst

Der heute 57jährige Pineda leitete das Erzbistum während der Abwesenheit von Kardinal Maradiaga, und der war häufig abwesend, seit er 2001 Kardinal wurde. 2005 wurde er von bestimmten Medien sogar als Papabile gehandelt.

Die Vorwürfe moralischer und finanzieller Art gegen Pineda hatten im Frühjahr 2017 zu einer Apostolischen Visitation geführt. Papst Franziskus entsandte dazu einen persönlichen Vertrauten, den Argentinier Msgr. Alcides Jorge Pedro Casaretto, emeritierter Bischof von San Isidro, nach Tegucigalpa. Dieser legte im Mai 2017 dem Papst seinen Bericht vor. Dennoch gelang es Kardinal Maradiaga mehr als ein weiteres Jahr seine schützende Hand über Pineda zu halten. Papst Franziskus blieb untätig. Im vergangenen Juli mußte Pineda schließlich doch seinen Posten räumen, braucht aber bis heute keine rechtlichen Konsequenzen zu fürchten.

ConfidencialHN stützt sich in seinen Enthüllungen auf die Aussagen eines Schlüsselzeugen der vatikanischen Casaretto-Untersuchung. Der Zeuge berichtet, daß Pineda, um an staatliche Subventionen zu gelangen, eine Reihe von Pfarreien besuchte, sich deren Projekte erklären und Details dazu liefern ließ. „Einige Pfarrer gehorchten, andere nicht“, weil sie wußten oder ahnten. Mit den Angaben beantragte der Weihbischof staatliche Zuschüsse, die auch gewährt wurden, ohne aber von dem Geld etwas an die Pfarreien weiterzugeben.

Homo-Geliebte und falsche Priester

Der Autor von ConfidencialHN, David Ellner Romero, berichtet auch über den Geliebten von Bischof Pineda, Erick Cravioto Fajardo, einen mexikanischen Laien, den Pineda aber als Priester ausgab, um zu einer Steuerbegünstigung für ein Auto zu kommen, das er ihm kaufte. Es scheint nicht der einzige Fall gewesen zu sein, wo Pineda einen Homo-Geliebten fälschlich als Priester ausgab. Ein anderer Geliebter war auf Intervention Pinedas zehn Jahre Kaplan bei der honduranischen Polizei. Inzwischen gibt es große Zweifel, ob er je zum Priester geweiht wurde.

Papst Franziskus mit Kardinal Maradiaga

Kardinal Maradiaga unterzeichnete alle Unterlagen. Ellner Romero schont den Kardinal und schreibt, daß die Unterlagen zur „Ausplünderung staatlicher Förderfonds“ von Pineda offenbar „so gut“ getürkt waren, daß der Kardinal die „wahren Absichten“ seines Weihbischofs nicht durchschaut haben könnte. Daran hegen andere erhebliche Zweifel.

Laut ConfidencialHN habe Pineda das Geld eingesetzt, um „unter anderem sexuelle Gefälligkeiten zu bezahlen, ein Netz von Geliebten zu unterhalten, verschiedene Immobilien, Autos und Motorräder zu kaufen und Auslandsreisen mit einem bezahlten Geliebten zu machen“. Die genannten Anschuldigungen werden von der Internetseite detailliert aufgelistet, ebenso die homosexuellen Praktiken des Bischofs.

Der Zeuge bestätigt nicht nur die Homo-Beziehung Pinedas mit Cravioto, sondern auch mit anderen. Es sei zwar alles „geheim“ erfolgt, aber doch nicht so geheim, daß es unbemerkt geblieben wäre.

Oscarito und die Valle de Angeles

Wenn Pineda Pfarreien besuchte, nahm er häufig einen Mann namens Oscarito mit, den er als seinen „Assistenten“ vorstellte. Obwohl mit dem Fahrer drei Personen unterzubringen waren, ließ er immer nur zwei Zimmer reservieren. Pineda schlief mit Oscarito im selben Zimmer.

Pineda, so der Zeuge, brachte häufig Ministranten, das konnten auch Seminaristen sein, die ihm in der Messe assistierten, nach Valle de Angeles. „In dem Haus gab es nur ein Schlafzimmer mit einem Bett und einen Divan, und er [Pineda] blieb dort mit zwei Kindern. Das Seltsame war: Am nächsten Morgen, als wir frühstückten, war der Divan ungebraucht. Das heißt, er hatte mit den beiden im Bett geschlafen“, so die Zeugenaussage, die sich im vatikanischen Untersuchungsbericht findet.

Als sich Pineda von Cravioto trennte, nahm sich der Weihbischof Oscarito zum Geliebten, während Cravioto die Homosexualität mit einem gewissen Denis auslebte, der dafür ein Vollstipendium an der Katholischen Universität von Honduras erhielt.

Cravioto und Denis hätten sich dann so heftig zerstritten, sodaß Pineda eingreifen mußte, um Schlimmeres zu verhindern. Cravioto nahm sich darauf einen gewissen Darwin zum Geliebten, der wiederum ein Vollstipendium für die katholische Universität erhielt.

Ellner geht davon aus, daß die verschwundenen 1,3 Millionen Dollar dazu führten, daß jemand nicht mehr den Mund hielt. Als die ersten Medienberichte auch im Ausland erschienen, wagten die Seminaristen ihren Protest zu äußern.

Pineda, so der Zeuge, habe als Reaktion auf die großen Spiegel in der Villa Iris mit rotem Stift die Namen von einem Dutzend Priester und Laien geschrieben, die ihn verraten hätten. Dieses Verhalten wird vom Zeugen als Ausdruck „seines Wahnzustandes“ gewertet.

„Gründliche Ermittlungen“ und der Sondergipfel im Vatikan

ConfidencialHN nennt noch weitere schwerwiegende Fälle und fordert „eine gründliche Untersuchung“, die „Licht in die Verbrechen“ bringen sollen, die sich im Schoß der Kirche von Honduras zugetragen haben.

Für Februar 2019 wurde von Papst Franziskus ein Sondergipfel zum Thema sexueller Mißbrauch durch Kleriker einberufen. Dabei sollen Maßnahmen zur Bekämpfung des Phänomens getroffen werden. Worin diese bestehen sollen, ist vorerst nicht bekannt. Bekannt ist, daß Papst Franziskus am 12. November die US-Bischofskonferenz daran hinderte, konkrete Maßnahmen zu treffen. Streitpunkt ist der Umgang mit Bischöfen, die sich schuldig gemacht haben.

Der Sondergipfel im Vatikan hätte sich auch mit dem Fall Pineda zu befassen. Derzeit sieht es aber nicht danach aus.

Quelle: katholisches.info Bild: NBQ/ConfidencialHN/Vatican.va (Screenshots)

08.12.2018 – Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Hl. Sophronius von Jerusalem (639) – Mönch und Bischof

Maria, „voll der Gnade“ in ihrer unbefleckten Empfängnis

„Freue dich, die du voll der Gnade bist, der Herr ist mit dir.“ Was könnte es Größeres geben als diese Freude, o Jungfrau Maria? Was könnte es Größeres geben als diese Gnade, die einzig du empfangen hast als Mitgift von Gott? Was kann man Froheres und Lichtvolleres empfangen? Alles bleibt zurück hinter deinen wunderbaren Eigenschaften; alles bleibt unterhalb deiner Gnade. Die sichersten Vorrechte nehmen nur den zweiten Platz ein und besitzen nur einen blassen Glanz. „Der Herr ist mit dir.“ Wer würde es wagen in diesem Punkt mit dir zu wetteifern? Gott wird aus dir geboren. Wer also würde dir nicht sofort den Platz räumen, um dir mit Freude den ersten Platz und alle Ehre zu geben? Deshalb verkünde ich laut dein Lob, wenn ich dich betrachte, wie du über allen Geschöpfen thronst: „Freue Dich, du Gnadenvolle, der Herr ist mit Dir.“ Die Freude, die von dir ausgeht, wird nicht nur den Menschen verliehen, sondern auch allen Engelsmächten des Himmels […] Gott selbst wohnt leibhaftig in deinem Schoß; er geht daraus hervor wie ein Bräutigam (vgl. Ps 19(18),6), um allen Menschen die himmlische Freude und das himmlische Licht zu bringen. Und in dir, o Jungfrau, hat Gott wie in einem strahlend reinen und lichten Himmel „seine Wohnung bereitet“ (vgl. Ps 76(75),3). Aus dir tritt er aus seinem Gemach hervor wie ein Bräutigam, er gleicht dem frohlockenden Held, der seine Bahn läuft, um sein Leben zu durchschreiten, das allen Lebendigen das Heil bringen wird. Er erstreckt sich von einem Ende des Himmels bis zum anderen wie die Sonne (vgl. Ps 19(18),6-7), er erfüllt alles mit seiner göttlichen Glut und seinem lebenspendenden Licht.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

 

Tagesevangelium – 08.12.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 1,26-38

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret
zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Terror-Alarm in Österreich zur Weihnachtszeit

Die Meldung wirft einen bedrohlichen Schatten auf die besinnliche Stimmung auf Österreichs Hunderten Adventmärkten: Die US-Botschaft in Wien gibt eine Sicherheitswarnung aus und rät den Besuchern – allein 8 Millionen in der Bundeshauptstadt – zu erhöhter Aufmerksamkeit.

Zwar handelt es sich dabei laut US-Botschaft um eine „routinemäßige Warnung des US State Department“, allerdings liegt dem durchaus ein realistisches Bedrohungsszenario zugrunde.

Warnung vor Terrorakten durch die al-Kaida

Im ÖSTERREICH-Gespräch rät der renommierte Terrorexperte Udo Steinbach, „die Gefahr durchaus ernst zu nehmen“. Aber auch der deutsche Generalbundesanwalt Peter Frank warnt aktuell vor einer Bedrohung durch al-Kaida und den Islamischen Staat.

Von einer generell „erhöhten Gefahr“ spricht auch die Wiener Polizei, verweist aber auf ausreichende Präsenz und die zahlreichen Poller als Sicherheitsmaßnahmen.

Terror-Experte Steinbach: „Gefahr ernst nehmen“

ÖSTERREICH: Wie ist die 
Sicherheitswarnung der US-Botschaft für die Adventzeit einzuschätzen?

Udo Steinbach: Das ist durchaus ernst zu nehmen. Gerade Adventmärkte sind ein bevorzugtes Ziel für islamistische Terroraktivitäten. Alleine hier Angst zu verbreiten ist für Terrororganisationen schon ein Erfolg.

ÖSTERREICH: Von welcher ­Terrororganisation geht die größte Gefahr aus?

Steinbach: Das Problem sind hier vor allem Einzeltäter, die sich als Teil des globalen islamistischen Terrornetzwerks sehen.

ÖSTERREICH: Was raten Sie Besuchern von Weihnachtsmärkten in Österreich?

Steinbach: Gelassen zu bleiben, aber dennoch erhöhte Wachsamkeit walten zu lassen.

Quelle: oe24 Bild: Screens.