08.12.2019

Origenes (185-253) Priester und Theologe

Johannes der Täufer sagte: „Jede Schlucht soll aufgefüllt werden“ (Lk 3,5), aber nicht Johannes war es, der jede Schlucht aufgefüllt hat; es ist der Herr, unser Retter. „Was krumm ist, soll gerade werden“. Jeder von uns war krumm, und es ist das Kommen Christi, das sich bis in unsere Seele hinein erfüllt, das gerade gemacht hat, was krumm war. Nichts war unbrauchbarer als ihr. Schaut doch auf eure ungeordneten Begierden von früher, auf euren Jähzorn und eure anderen bösen Neigungen – wenn sie denn überhaupt verschwunden sind: Ihr werdet erkennen, dass nichts unbrauchbarer war als ihr, oder um es noch deutlicher zu sagen: nichts war ungehobelter. Euer Betragen war ungehobelt, eure Worte und Werke waren ungehobelt. Aber mein Herr Jesus ist gekommen: Er hat eure Grobheiten geglättet, er hat dieses ganze Chaos in ordentliche Straßen verwandelt, um in euch einen ebenen Weg zu schaffen, einen geraden und sehr sauberen Weg, damit Gott, der Vater, in euch wandeln kann und Christus, der Herr, in euch Wohnung nehmen und sagen kann: „Mein Vater und ich werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (vgl. Joh 14,23).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 08.12.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 3,1-12

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In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa:
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!
Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung. Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Als Johannes sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt, und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

07.12.2019

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005) Papst

Wenn man die heutige Welt oberflächlich betrachtet, ist man nicht wenig betroffen von den negativen Tatsachen, die zum Pessimismus führen können. Aber dieses Gefühl ist nicht gerechtfertigt: wir glauben an Gott, den Vater und Herrn, an seine Güte und Barmherzigkeit. Unmittelbar vor Anbruch des dritten Jahrtausends der Erlösung ist Gott dabei, einen großen christlichen Frühling zu bereiten, dessen Morgenröte man schon ahnend erkennen kann. Tatsächlich gibt es sowohl in der nichtchristlichen Welt als auch in der alten Christenheit eine fortschreitende Annäherung der Völker an die Ideale und Werte des Evangeliums, die zu fördern sich die Kirche bemüht. In der Tat zeigt sich heute seitens der Völker ein neues Zusammengehen hinsichtlich dieser Werte: die Absage an Gewalt und Krieg; die Achtung der menschlichen Person und ihrer Rechte; der Wunsch nach Freiheit, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit; die Überwindung von Rassismen und Nationalismen; die Bejahung der Würde und Aufwertung der Frau. Die christliche Hoffnung bestärkt uns darin, uns mit allen Kräften für die Neuevangelisierung und für die Weltmission einzusetzen, indem sie uns beten lässt, wie Jesus uns gelehrt hat: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde“ (Mt 6,10). Die Zahl der Menschen, die auf Christus warten, ist noch immer unendlich groß: Die menschlichen und kulturellen Räume, die von der Verkündigung des Evangeliums noch gar nicht erreicht worden sind oder wo die Kirche nur schwach präsent ist, sind so ausgedehnt, dass sie die Einheit aller ihrer Kräfte erfordern. Mit der Vorbereitung auf die Feier des Jubeljahres Zweitausend engagiert sich die ganze Kirche noch mehr für einen neuen missionarischen Advent. Wir müssen in uns den apostolischen Eifer nähren, das Licht und die Freude des Glaubens an andere weiterzugeben, und zu diesem Ideal müssen wir jeden von uns und das ganze Volk Gottes erziehen.

Quelle: Enzyklika „Redemptoris Missio“ vom 07.12.1990) © Libreria Editrice Vaticana

Tagesevangelium – 07.12.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 9,35-38.10,1.6-8

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In jener Zeit zog Jesus durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

06.12.2019

Hl. Maximus der Bekenner (580-662) Mönch und Theologe

Jeder Einzelne von uns besitzt die Kraft des Heiligen Geistes. Sie wirkt und zeigt sich in dem Maß des Glaubens, der in ihm vorhanden ist. So ist jeder der Verwalter seiner eigenen Gnade. Und niemals sollte einer, der gut gesinnt ist, jemanden, der mit Gnaden ausgestattet ist, um etwas beneiden können, solange er selbst in der Lage ist, von Gott Gaben zu erlangen. Es ist das Maß des Glaubens eines jeden Einzelnen, was dazu führt, dass Gottes Gaben in ihm verbleiben. Denn in dem Maß, wie wir glauben, wird uns auch der Eifer zum Handeln gegeben. Wer handelt, der offenbart also je nach seinem Handeln das Maß seines Glaubens: Er empfängt die Zuteilung der Gnade dem entsprechend, was er geglaubt hat. Durch das Üben und Erstarken einzelner Tugenden lassen wir die Charismen, die uns zugeteilt wurden, sich ihrem Urgrund, dem sie entstammen, mit Gottes Hilfe annähern, sodass wir unseren Glauben nicht durch allmähliche Nachlässigkeit blind und augenlos machen, des Lichtes beraubt, das die Werke des Geistes hervorbringt; und damit wir nicht in Ewigkeit dafür bestraft werden, die göttlichen Augen des Glaubens in uns selbst geblendet zu haben, wie es in unserer Macht lag. Wer die göttlichen Gebote des Glaubens nicht erfüllt, hat einen blinden Glauben. Denn wenn die Gebote Gottes erleuchten (vgl. Ps 19,9), bedeutet dies, dass derjenige, der die Gebote Gottes nicht erfüllt, ohne göttliches Licht ist. Er lässt den göttlichen Ruf unbeantwortet. Er antwortet ihm nicht wirklich.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 06.12.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 9,27-31

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In jener Zeit, als Jesus vorüber ging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids! Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Er sagte zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich euch helfen kann? Sie antworteten: Ja, Herr. Darauf berührte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll es geschehen. Da wurden ihre Augen geöffnet. Jesus aber befahl ihnen: Nehmt euch in acht! Niemand darf es erfahren. Doch sie gingen weg und erzählten von ihm in der ganzen Gegend.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 5. Dezember

Hl. Anno – Erzbischof von Köln

* um 1010 in Altsteußlingen bei Ehingen in Baden-Württemberg
† 4. Dezember 1075 in Siegburg in Nordrhein-Westfalen

Anno II. war 1056 – 1075 Erzbischof von Köln. Er stammte aus dem schwäbischen Land (aus Pfullingen), seine Ausbildung erhielt er in Bamberg. Als Erzbischof von Köln benützte er seinen Einfluss auf die Regierung des Reiches, um die Simonie (Kauf geistlicher Ämter) und die Habgier des Klerus zu bekämpfen. Er selbst lebte und starb in großer Armut. Er gründete mehrere Klöster, darunter die Abtei Siegburg, wo er auch begraben wurde.

 

Hl. Crispina von Thagora – Märtyrin

lebte in Thagora bei Tagaste in Numidien, dem heutigen Taoura in Algerien
† 5. Dezember 304 in Tébessa in Algerien

Crispina fiel der letzten und blutigsten Verfolgung des Kaisers Diokletian von 303 – 311 zum Opfer. Da sie in ihrer Heimatstadt das für alle Bürger angeordnete heidnische Opfer verweigerte, wurde sie nach Tébessa vor den Prokonsul Anullinus gebracht und dann enthauptet. Die Prozessakten sind teilweise erhaltenen. Ihr Name ist in antiken Martyrologien gut bezeugt.

Crispina wurde im heidnischen Friedhof in Tébessa bestattet, ihr Grab wurde bald schon hoch verehrt. Ihre besondere Berühmtheit in der Antike verdankt sie Augustinus, der ihr Martyrium an ihrem Gedenktag in Predigten rühmte. Für die vielen Pilger wurde um 400 ein Heiligtum mit Kirche, Meditationszellen, Unterkünften und Fischteichen errichtet. Mosaiken aus der Kirche, die ihr Gedächtnis darstellen, sind erhalten. Neben Crispina wurden dort auch die Märtyrer Heraclius, Donatus, Zebboc, Secundianus, Victorianus, Publicia und Meggen verehrt. Das Heiligtum war das größte seiner Art in der Antike.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria