Gefeiert am 16. Januar

Hl. Josef Vaz (Joseph Vaz) – Missionar

* 21. April 1651 in Benaulim (Goa, Indien)

† 16. Januar 1711 in Kandy in Ceylon (Sri Lanka)

Josef Vaz war das dritte von sechs Kindern der gläubigen Katholiken Christovao Vaz und seiner Ehefrau Maria de Miranda. Während seiner Schulzeit lernte er bereits Portugiesisch und Latein und war von Mitschülern und Lehrern geschätzt. Vielleicht ging seine Priesterberufung auf diese Zeit zurück. Eine Hochschulausbildung in der Sadt Goa (heute Velha Goa) schloss sich an, wo er nach den damals üblichen klassischen Vorstudien Theologie studierte. 1675 wurde er zum Diakon, 1676 zum Priester der Erzdiözese Goa geweiht. Von da an ging er barfuß wie die Armen. 1677 weihte er sich der Gottesmutter und bezeihnete sich fortan als „Sklave der Jungfrau Maria“. Er wurde ein gesuchter Beichtvater und Prediger und gründete eine Lateinschule für künftige Seminaristen. 1681 wurde er, statt als Missionar nach Ceylon gehen zu dürfen, wie er sich gewünscht hatte – die calvinistischen holländischen Eroberer hatten alle katholischen Priester ertrieben und unterdrückten die Katholiken – nach Kanara gesandt; dort sollte er die Jurisdiktionsansprüche des Bistums gegen die des Vatikans durchsetzen. Stattdessen mühte sich Joseph Vaz, der entsetzt war über die Spaltung, mit Demut und diplomatischen Geschick um Ausgleich zwischen den tief zerstrittenen Parteien. Er sah auch deutlich, dass dieser Zustand der Kirche den Missionserfolg bei den Hindus torpedieren musste. Joseph Vaz missionierte in einem weiten Gebiet, gründete neue Kirchengemeinden und Schulen, und wegen des Priestermangels lehrte eer die Gemeinden, sich regelmäßig zum Gebet zu treffen und sich gegenseitig im Glauben zu stärken. Um die Armen zu unterstützen, verdingte er sich auch als Knecht. Bald stand er im Ruf der Heiligkeit, auch Wuder wurden ihm nachgesagt. Als Hindus ihn entführten, um ihn zu töten, flammte da, wo er zum Gebet niedergekniet war, ein Licht auf, und Wasser sprudelte aus der Erde hervor, sodass seine Entführer entsetzt flohen. Die Quelle existiert noch, und zu der Kirche dort, in Mudipu, kommen bis heute jährlich tausende von Pilgern. Nach drei Jahren Tätigkeit nach Goa zurückgerufen, drängte es ihn zum Ordensleben. Mit anderen gründete er eine Gemeinschaft nach den Regeln des Oratoriums des hl. Philipp Neri, das erste einheimische Kloster. (Die Gemeinschaft wurde 1706 von Papst Clemens XI. anerkannt.)

1686 konnte Joseph Vaz endlich nach Ceylon aufbrechen. Als Bettler und Tagelöhner verkleidet, suchte und fand er Untergrundkatholiken. Die treuen und mutigen Gläubigen versteckten ihn, sodass er, meist nachts, seine priesterliche Tätigkeit entfalten konnte. Oft musste er sein Versteck wechseln; doch schließlich wurde die calvinistische Obrigkeit auf ihn aufmerksam. Es gelang aber, ihn ins unabhängige buddhistische Königreich Kandy zu bringen. Dort wurde er zunächst als vermeintlicher portugiesischer Spion ins Gefängnis geworfen, später zu Hausarrest begnadigt. Nun begann er, offen vor seiner Hütte zu beten und bald auch die hl. Messe zu feiern. Nach und nach kamen immer mehr Katholiken zu ihm, um mit ihm zu beten und die Sakramene zu empfangen; sie waren glücklich, dass nach Jahrzehnten wieder ein Priester unter ihnen lebte. Seine volle Freiheit, so ist überliefert, bekam er durch ein Wunder: Als während einer Dürre die buddhistischen Mönche vergeblich um Regen beteten, wandte sich König Villhadharma Surya an Joseph. Dieser errichtete einen Altar auf dem Hauptplatz vor dem Palast und begann zu beten. Im selben Augenblick fiel der Regen, nur Joseph und sein Altar blieben trocken. Nun konnte er im ganzen Land missionieren, zuerst nur im Königreich, später auch im holländischen Gebiet. Dabei führte er ein bescheidenes Leben, schlief auf dünnen Matten und ging nach wie vor barfuß. 1697 brach eine Pockenepidemie aus. Joseph Vaz kümmerte sich hingebungsvoll um die oft verlassenen Kranken und organisierte Hygienemaßnahmen, sodass die Krankheit eingedämmt wurde. Unterstützt wurde er von seinem Neffen, der im selben Jahr mit zwei weiteren Mitgliedern seines Oratoriums auf Ceylon eingetroffen war. Als er zum apostolischen Vikar von ganz Ceylon ernannt wurde, lehnte er ab; er wollte einfacher Missionar bleiben. Bei seinem Tod hinterließ er reiche Zeugnisse seines unermüdlichen missionarischen Wirkens: ein Gebetbuch und einen Katechismus in den beiden Landessprachen Tamil und Singalesisch (die Sprachen hatte er sich wohl während seiner Gefangenschaft angeeignet), vier große Kirchen und über 200 Kapellen wurden in seiner Zeit gebaut, und die Zahl der Katholiken war auf über 70 000 angewachsen.

Schon im 17. Jahrhundert wurde ein Seligsprechungsprozess angestrengt, aber wegen der instabilen Verbindung zwischen Ceylon und Rom wurde er nicht weiter verfolgt. Erst Papst Johannes Paul II. sprach Joseph Vaz am 21. Januar 1995 selig, von Papst Franziskus wurde er am 14. Januar 2015 heiliggesprochen.

 

Hl. Honorat (Honoratus) – Klostergründer, Abt in Lérins, Bischof von Arles

* 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts in Toul in Frankreich
† um 429 in Arles in Frankreich

Honoratus stammte aus einer in Gallien lebenden Familie, die römische Konsule gestellt hatte. Er wurde Christ, ließ sich taufen, suchte ein Leben in Askese zu führen und begab sich deshalb auf eine Studienreise in den Orient. Um 400 wurde er von Bischof Leontius von Fréjus zum Priester ordiniert, führte ein Eremitenleben in den Bergen bei Fréjus und gründete dann um 410 auf einer der Lérins-Inseln ein Kloster mit Regeln nach den Vorbildern aus Ägypten und Syrien. Das Kloster wurde zu einem geistlichen Zentrum, seiner Schule entstammte u.a. Patrick, der Glaubensbote Irlands. Nach der Ermordung von Bischof Patroclus 426 wurde Honoratus Bischof von Arles. Auf dem Sterbebett bestimmte er seinen Verwandten Hilarius zum Nachfolger.

1381 wurden Honoratus Reliquien auf die Insel St-Honorat und die Insel nun nach ihm benannt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Cairo

 

Mittwoch der 1. Woche im Jahreskreis

Hl. Hieronymus (347-420) – Priester, Bibelübersetzer und Kirchenlehrer

„Jesus fasste sie an der Hand und richtete sie auf“

„…Jesus ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf.“ Tatsächlich konnte diese Kranke sich nicht von alleine erheben; als Bettlägerige konnte sie nicht vor Jesus treten. Doch dieser barmherzige Arzt tritt selbst an ihr Bett. Der ein krankes Schaf auf seinen Schultern getragen hat (vgl. Lk 15,5), geht jetzt zu diesem Bett […] Er geht immer näher heran, um immer mehr heilen zu können. Achtet genau auf das, was hier geschrieben steht […] „Du hättest mir zweifellos entgegenkommen müssen, du hättest mich empfangen müssen an der Schwelle deines Hauses; doch dann wäre deine Heilung nicht so sehr auf mein Erbarmen zurückzuführen gewesen, sondern auf deinen Willen. Und da ein so starkes Fieber dich daran hindert aufzustehen, komme ich selbst zu dir.“ „[…] und richtete sie auf.“ Da sie sich nicht selbst aufrichten konnte, ist es der Herr, der sie aufrichtet. Er „fasste sie an der Hand und richtete sie auf.“ Als Petrus auf dem Meer in Gefahr war – als er gerade unterzugehen drohte – wurde auch er an der Hand gefasst und ließ sich hochziehen […] Was für ein schönes Zeichen der Freundschaft und der Zuneigung für diese Kranke! Er richtet sie auf, indem er sie an der Hand fasst; seine Hand heilt die Hand der Kranken. Er nimmt diese Hand, wie es ein Arzt gemacht hätte, fühlt den Puls und erwägt die Schwere des Fiebers. Und Er ist zugleich Arzt und Arznei. Jesus berührt sie und das Fieber weicht. Wünschen wir uns, dass er unsere Hand berührt, damit unsere Taten gereinigt werden. Dass er in unser Haus eintritt: Stehen wir also endlich einmal auf von unserem Bett und bleiben wir nicht liegen. Jesus steht an unserem Bett und wir bleiben einfach liegen? Auf, aufgestanden! […] „Mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt“ (Joh 1,26); „das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lk 17,21). Glauben wir nur, und wir werden sehen, dass Jesus mitten unter uns gegenwärtig ist.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Cairo

Tagesevangelium – 16.01.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 1,29-39

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie,
und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

„Hüter des Glaubens bin ich als Priester nach wie vor“

Kardinal Gerhard Ludwig Müller

„Gemäß dem Paradox der Menschwerdung können wir sagen, dass Gott ein menschliches Antlitz angenommen hat: das Antlitz Jesu. In ihm sehen wir wirklich, wer Gott ist und wie Gott ist!“ – Das sagte Papst Benedikt XVI. sechs Tage nach seiner Pilgerreise nach Manoppello im September 2006.

Nach einer Reihe von Purpurträgern – darunter zuletzt die Kardinäle Koch, Sarah und Tagle – tritt nun auch Kardinal Gerhard Ludwig Müller am 20. Januar 2019 eine Pilgerreise zum heiligen Sudarium in Manoppello an, um am Sonntag Omnis Terra die Welt und die Kirche mit der „wahren Ikone“ vom Antlitz Christi zu segnen.

Herr Kardinal, ist der Besuch des vormaligen Hüters des Glaubens angesichts der überwältigenden Vertrauens- und Glaubenskrise der Christenheit ein Versuch, mit einem Akt der Volksfrömmigkeit Wunden zu heilen, die bis auf die Knochen der alten Mutter Kirche gehen? 

Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Hüter des Glaubens bin ich als Bischof und Priester nach wie vor. Die Glaubenskongregation als Teil der Heiligen römischen Kirche unterstützt den Papst unmittelbar in seiner Aufgabe, den katholischen Glauben in der ganzen Welt zu fördern und zu schützen. Wenn ich auch nicht mehr ihr Präfekt sein darf, so bleibt mir doch die in Weihe von Christus selbst übertragene Mission, für „die Wahrheit des Evangeliums“ (Gal 2,17) einzutreten. Und als Kardinal habe ich den Papst in besonderer Weise zu unterstützen. Unsere heilige Mutter, die hierarchische Kirche (Ignatius von Loyola) ist nicht alt, doch wenn wir unsere Sendung nicht mit Herz und Verstand ausüben, könnten wir einmal „alt aussehen“ und „dumm dastehen“. Ich denke an den Tag, an dem wir vor dem Richterstuhl Gottes Rechenschaft ablegen müssen „und jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat.“ (2Kor 5,10). Das Problem ist die Verweltlichung des Denkens auch bei höchsten Verantwortungsträgern. Es ist verhängnisvoll, wenn Bischöfe als Fundraiser, Geheimdiplomaten, Medienlieblinge und Politikflüsterer mehr sich wohl fühlen und höheren Orts geschätzt werden, denn als demütige Diener des Wortes (Lk 1,2), „Vorbilder für die Herde“ (1Petr 5,3) und freundliche Vermittler „der gesunden Lehre“ (Titus 1,9). Der Priester ist „Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes“ (Kor 4,1). Inmitten des Volkes erhebt er den Leib und das Blut Christi während der Heiligen Wandlung und weist vor der Heiligen Kommunion auf das „Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt“ (Joh 1,29).

Und so ist es auch seine heilige Aufgabe, die Gläubigen zu segnen mit dem Bild Christi, das er hoch erhebt. Die Allerheiligste Dreifaltigkeit, die Menschwerdung Gottes, Kreuz und Auferstehung Christi sind die grundlegenden Wahrheiten des christlichen Glaubens. Darum können katholische Priester nur segnen im Zeichen des Kreuzes in Namen des Dreifaltigen Gottes. Wir würden ihn verleugnen, wenn wir nur zivilreligiöse Riten vollziehen und allgemeine Segenssprüche abgeben würden. Denn wir dienen dem Heilsplan Gottes nur, wenn wir beten und bekennen: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. ER hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.“ (Eph 1,3)

Neben Ihnen am Altar werden auch die Erzbischöfe Salvatore Cordileone aus San Francisco in Kalifornien und Bruno Forte aus Chieti Vasto in den Abruzzen als Konzelebranten stehen. Es sind zwei Kirchenmänner aus fast verschiedenen Universen innerhalb der Kirche. Müssen wir diese Auswahl der Konzelebranten als Programm verstehen oder wie erklären Sie die überraschende gemeinsame Pilgerreise? 

Ja, wir gehören der universalen Kirche an, in der Christus die vielen Glieder seines Leibes zu einer Einheit im Geist und Liebe zusammenruft. Drei Bischöfe mit drei Muttersprachen aus drei Ländern und zwei Kontinenten- das ist schon ein herrliches Zeugnis der Katholizität der Kirche. Der hl. Märtyrer und Bischof Ignatius von Antiochien sagte zu Beginn des 2. Jahrhunderts: „Wo der Bischof ist, dort soll die Gemeinde sein, wie da, wo Christus Jesus ist, die katholische Kirche ist. “ (Brief an die Smyrnaer 8,2).

Schon Papst Benedikt XVI hat seine Reise zu dem Bildschleier in Manoppello am 1. September 2006 gegen große Widerstände im Vatikan durchsetzen müssen. Diese Kräfte sind immer noch da, im Vatikan wie in der Weltkirche. Was macht Sie so gelassen, dass Sie deren Hohn und Widerstände nicht zu fürchten scheinen? 

Hohn und Spott, Intrigen und üble Nachreden, Interessenpolitik und Winkelzüge sind nicht die Zierde eines echten Christenmenschen. Es sind diese Machenschaften und das Machtgebaren, die die Glaubwürdigkeit des Episkopates und auch des Vatikans erschüttert haben. Wenn jeder dem Spruch seines Gewissens folgen würde und sich an die Gebote Gottes im Dekalog und die Seligpreisungen Jesu bei der Bergpredigt hält, gäben wir der Welt ein gutes Beispiel, obwohl wir bekennen müssen, dass wir ohne die Gnade nichts vermögen. Miteinander beten ist besser als heimlich schlecht über andere zu reden. Nur wenn wir uns das zu Herzen nehmen, gibt es einen Ausweg aus der gegenwärtigen Krise.

Das geheimnisvolle Bildnis Christi in Manoppello selber schweigt. Was sagt es uns dennoch über die Erbinformationen der katholischen Kirche, von der wir kürzlich lesen mussten, dass in ihnen das Böse, vor dem die Welt zur Zeit so sehr erschrickt, schon von Anfang an gespeichert sei?  

Darauf antworte ich mit dem hl. Paulus: „Christus hat die Kirche geliebt und sich für sie dahingeben, um sie zu heiligen, da er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort. So will er die Kirche herrlich vor sich hinstellen, ohne Flecken oder Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos.“ (Eph 5,25ff). Diese Gnade, die uns rechtfertigt und heiligt, ist die DNA der Kirche. Die Schädigung dieser Erbinformation nennen wir die Sünde, durch die wir Sünder werden, die der „Reinigung und Buße bedürfen“ (II. Vatikanum, Lumen gentium 8). Also nicht die Schuld auf andere, die Kirche, die Vorgänger, den Klerus abwälzen, sondern an die eigene Brust schlagen und beten mea culpa, das würde das binnenkirchliche Klima wesentlich verbessern.

Quelle: CNA Deutsch catholicnewsagency.com Bild: EWTN.TV / Paul Badde

 

Gefeiert am 15. Januar

Hl. Arnold Janssen – Ordensgründer

* 5. November 1837 in Goch am Niederrhein
† 15. Januar 1909 in Steyl in den Niederlanden

Arnold Janssen war zweites von elf Kindern tiefgläubiger Eltern. Vater Gerhard war Bauer auf meist gepachtetem Land und Fuhrmann; er achtete streng darauf, dass seine Kindern christliche lebten. Arnold wollte Priester werden. Nach dem Abitur am bischöflichen Gymnasium auf der Gaesdonck mit knapp 18 Jahren studierte er in Münster, Bonn und dann noch einmal Münster, zunächst vor allem Mathematik und Naturwissenschaften, zuletzt in Münster auch Theologie, so dass er die Lehrerlaubnis für alle Gymnasialfächer erlangte. 1861 wurde er alt genug, die Priesterweihe zu empfangen. Er wurde Gymansiallehrer an einer katholischen Schule in Bocholt und half daneben in der Pfarrseelsorge. In den Ferien reiste er durch Deutschland und deutsch-sprechende Gebiet und warb für das Gebetsapostolat: beten in den Anliegen der Kirche.

Arnold erkannte die Bedeutung der Presse und sah, dass sich die deutsche Kirche kaum am damaligen missionarischen Aufbruch beteiligte. In der Erkenntnis, mehr für die Kirche tun zu sollen, gab er 1873 die Lehrstelle auf und widmete sich der Herausgabe einer volkstümlichen katholischen Zeitschrift, die den Glauben der Leser stärken und ihr Interesse für die Mission wecken sollte. Im Januar 1874 erschien die erste Nummer, die er „Kleiner Herz-Jesu-Bote“ nannte. In seiner Zeitschrift rief er auch dazu auf, nach dem Vorbild anderer Länder auch ein deutsches Missionsseminar zu gründen. Der neuernannte Apostolische Präfekt (Bischof) von Hongkong, Raimondi, drängte ihn, selbst ein solches Seminar in Angriff zu nehmen. Nach langem Nachdenken und Beten, ging er auf den Vorschlag ein. Wegen des Kulturkampfs war es aussichtslos, mit einem solchen Seminar in Deutschland zu beginnen. Am Maashafen im kleinen Dorf Steyl, kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze, fand Arnold ein bankrottes Wirtshaus. 1875 wurde es als Missionshaus eröffnet.

Der Anfang war armselig. Die Zeitschrift machte das Missionshaus bekannt und brachte Geld und interessierte junge Männer – und Frauen. Bald konnte mit einem Neubau begonnen werden, der dann Jahr für Jahr erweitert wurde.1878 konnten die ersten beiden Missionare nach China ausgesandt werden, der Bayer Johann Baptist Anzer und der Südtiroler Josef Freinademetz. Eine zweite Zeitschrift fand noch weitere Verbreitung, „Die heilige Stadt Gottes“ (heute „Stadt Gottes), später kam noch der „Michaelskalender“ hinzu. Die weitere Verbreitung brachte noch mehr junge Männer, die sich zur Missionsarbeit berufen fühlten, und Finanzen, so dass Arnold an die Errichtung neuer Häuser denken konnten. In Rom war schon ein Studienkolleg entstanden. Ein weiteres Seminar entstand in der Nähe von Wien, St. Gabriel in Maria Enzersdorf. Das erste Missionhaus in Deutschland wurde 1982 im schlesischen Neiße eröffnet, heute Nysa, Polen. Weitere Häuser waren St. Rupert in Bischofshofen, Salzburger Land, und St. Wendel im Saarland. Das Missionshaus St. Michael weitete sich zur deutschen Missionskongregation „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ (“ Societas Verbi Divini“), zu der auch Laien gehören, die Missionsbrüder, die einen wesentlichen Anteil am Aufbau der Steyler Missionare in den Heimatländern wie in den Missionen hatten und haben.

Einige Frauen warteten schon, als Arnold 1889 endlich eine Missionskongregation für Frauen eröffnete, die „Dienerinnen des Heiligen Geistes“ („Steyler Missionsschwestern“). Da Arnold Janssen die große Bedeutung des Gebetes für die Ausbreitung des Glaubens bewusst war, folgte 1896 noch eine dritte Kongregation, die „Dienerinnen des Heiligen Geistes von der ewigen Anbetung“ (auch „Steyler Klausurschwetern“ oder „Rosa-Schwestern“ genannt).

Das erste und bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts größte Missionsgebiet der Steyler war China. Aber schon bald waren weitere Arbeitsgebiete gefolgt: Argentinien, Ekuador, Brasilien, Chile, USA (wo Steyler Missionare unter vielen Anfeindungen mit der Arbeit unter der afro-amerikanischen Bevölkerung begannen), dann die deutschen Kolonialgebiete Togo und Neuguinea. Später kamen noch Japan und die Philippinen hinzu. Und das alles noch unter der Leitung von Arnold Janssen.

Als Arnold Janssen am 15. Januar 1909 die Augen schloss, konnte er auf eine reiche Frucht seiner Arbeit und der Arbeit seiner Missionare und Missionsschwestern schauen. Gott hatte sein Werk gesegnet.

Am 19. Oktober 1975 wurde Arnold Janssen selig gesprochen, am 5. Oktober 2003 heilig gesprochen.

Heute ist die Gesellschaft des Göttlichen Wortes eine internationale Missionskongregation; Steyler Missionar arbeiten in mehr als 50 Ländern. Ähnlich die Steyler Missionsschwestern, und auch die kleine Kongregation der Steyler Klausurschwestern hat sich in verschiedene Länder ausgebreitet.

Hl. Maurus – Abt in Subiaco

* um 510 in Rom
† um 580 in Gallien

Maurus war der Sohn des adligen römischen Senators Equitius (nach anderen: Eutichius), der seinen Sohn schon als Kind zur Erziehung dem hl. Benedikt anvertraute. Er wurde Benedikts Lieblingsschüler. Wahrscheinlich wurde er Benedikts Nachfolger im Kloster von Subiaco, als dieser auf den Montecassino übersiedelte. Er errettete der Überlieferung nach seinen Mitbruder Placidus aus einem Fluss, indem er über das Wasser ging, und soll außergewöhnliche Kräfte zur Krankenheilung gehabt haben. Maurus zeichnete sein frommer Lebenswandel, der vollkommene Gehorsam und tiefe Demut aus. Ob Maurus tatsächlich die Abtei Glanfeuil in Frankreich gegründet hat, wie man aufgrund eines dortigen Fundes von Reliquien eines Maurus annahm, ist nicht gesichert.

Es gibt einen Krankensegen, in dem der hl. Maurus zusammen mit dem hl. Benedikt genannt ist, ein Zeichen der engen Verbindung Maurus mit dem hl. Benedikt. Der Segen wird mit einer Kreuzpartikel vollzogen und lautet: „Durch die Anrufung der allzeit jungfräulichen Gottesmutter Maria und durch die Fürsprache der Heiligen Benedikt und Maurus möge dich die Macht Gottes des Vaters, die Weisheit des Sohnes und die Kraft des Heiligen Geistes von dieser Krankheit befreien.“

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 15.01.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 1,21-28

In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle, und einer fragte den anderen: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 14. Januar

Seliger Petrus Donders – Ordensmann, Priester, Missionar

* 27. Oktober 1809 in Tilburg in den Niederlanden
† 14. Januar 1887 in Surinam

Petrus Donders war Mitglied im Orden der Redemptoristen. Mehr als 40 Jahre wirkte er als Missonar in Surinam, dem damaligen Holländisch-Guyana, erst in der Aussätzigenkolonie Batavia, dann als Kaplan in Paramaribo.

 

Seliger Englmar (Engelmar) – Einsiedler, Märtyrer

* im Lüftlhof bei Hacklberg (?) in Bayern
† 1096 (?) beim heutigen St. Englmar im Bayerischen Wald

Englmar war Bauernsohn. Er verzichtete auf den väterlichen Besitz und wurde in Passau Schüler eines armenischen Bischofs. Nach dessen Tod wanderte Englmar donauaufwärts und erbaute sich um 1086 beim heutigen St. Englmar eine Einsiedelei. Er war ein Freund der Bauern und ein begehrter Tierheiler. Ein mit ihm Lebender neidete ihm das hohe Ansehen im Volk, erschlug Englmar und versteckte den Leichnam im Schnee.

Erst zu Pfingsten wurde der unverweste Leichnam entdeckt, von ihm sei ein strahlener Schein ausgegangen. Der Graf zu Bogen geleitet ihn mit einem Ochsenkarren zu Tal und ließ ihn an der Stelle der heutigen Pfarrkirche begraben.

Bis ins 19. Jahrhundert war St. Englmar Ziel vieler Wallfahrer, seine Gebeine sind bis heute über dem Altar der Kirche zu sehen. Am Pfingstmontag findet in St. Englmar noch heute das Englmarisuchen statt: eine lebensgroße Holzfigur des Heiligen wird im Wald versteckt, gefunden und in festlichem Zug zurückgebracht.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Cairo

Montag der 1. Woche im Jahreskreis

Hl. Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997)

Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe

Hört, wie er euren eigenen Namen in den Mund nimmt: Das ist der Ruf Jesu

Unsere Liebe Frau war zusammen mit dem heiligen Johannes und – da bin ich mir sicher – mit Maria Magdalena die erste Person, die diesen Schrei Jesu hörte: „Mich dürstet“ (Joh 19,28). Sie kennt die tiefe Intensität dieser brennenden Sehnsucht nach euch und nach den Armen. Aber kennen auch wir sie? Spüren wir diese so wie sie? […] Früher bat mich immer Unsere Liebe Frau darum, jetzt aber bin ich es, die euch in ihrem Namen darum bittet, die euch anfleht: „Hört auf dieses dürstende Verlangen Jesu“. Möge dies für jede und jeden ein Wort des Lebens sein. Wie könnt ihr euch dem Durst Jesu nähern? Ein einziges Geheimnis [gibt es da]: Je näher ihr Jesus kommt, desto besser lernt ihr seinen Durst kennen. „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ sagt uns Jesus (Mk 1,15). Doch worin sollen wir umkehren? Weg von unserer Gleichgültigkeit, von der Härte unseres Herzens. Und was sollen wir glauben? Dass es Jesus schon jetzt nach unserem Herzen und den Armen dürstet. Er, der eure Schwäche kennt, sehnt sich dennoch einzig und allein nach eurer Liebe. Er will einfach, dass ihr ihm eine Chance gebt, euch zu lieben. […] Hört auf ihn. Hört, wie er euren eigenen Namen in den Mund nimmt. Und bewirkt so, dass meine Freude und die eure vollkommen sind (1 Joh 1,4).

Quelle: Brief vom 25.3.1993 an ihre Kommunität, bekannt als „geistliches Testament“