Aus Psalm 40

Hier zum Nachhören

An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen,
Brand- und Sündopfer forderst du nicht.
Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;
darum sage ich: Ja, ich komme.
In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude,
deine Weisung trag‘ ich im Herzen.
Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde,
meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.

Alle, die dich suchen, frohlocken;
sie mögen sich freuen in dir.
Die dein Heil lieben, sollen immer sagen:
Groß ist Gott, der Herr.

22.10.2019

Hl. Vinzenz von Paul (1581-1660)

Bedenkt, liebe Töchter, die Treue, die ihr Gott schuldet. Eure Berufung besteht darin, dass ihr euch oft die Gegenwart Gottes bewusst macht. Damit euch das einfacher gelingt, bedient euch der Hinweise, die das Schlagen der Uhr euch geben wird, um dann irgendein Akt der Anbetung zu verrichten. Ein solcher Akt könnte dann darin bestehen, in eurem Innersten etwa folgende Worte zu sagen: „Mein Gott, ich bete Dich an“, oder auch „Mein Gott, Du bist mein Gott“, „Mein Gott, ich liebe Dich aus ganzem Herzen“; „Ich wünschte, dass alle Welt, Dich, o mein Gott, erkennen und ehren würde, dass sie die Ablehnung, die Du freiwillig auf Erden erduldest hast, hochzuschätzen wüsste“. Zu Beginn jedes dieser (Gebets-)Akte könntet ihr die Augen schließen, um euch vorher kurz zu sammeln.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 22.10.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 12,35-38

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In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er kommt und anklopft! Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 21. Oktober

Sel. Karl I. Kaiser von Österreich, König von Ungarn

* 17. August 1887 in Persenbeug in Österreich
† 1. April 1922 in Quinta do Monte bei Funchal auf Madeira in Portugal

Karl aus dem Hause Österreich wurde am 17. August 1887 auf Schloss Persenbeug in Niederösterreich geboren. Seine Eltern waren Erzherzog Otto und Prinzessin Maria Josepha von Sachsen, Tochter des letzten Königs von Sachsen. Kaiser Franz Joseph I. war Karls Großonkel. Karl wurde bewusst katholisch erzogen und von Kindheit an durch eine Gruppe von Menschen im Gebet begleitet, da eine stigmatisierte Klosterfrau große Leiden und Angriffe gegen ihn prophezeit hatte. Daraus entstand nach dem Tod Karls die Kaiser-Karl-Gebetsliga für den Frieden der Völker – seit 1963 als Gebets-Gemeinschaft kirchlich anerkannt. Schon früh wuchs in Karl eine große Liebe zur heiligsten Eucharistie und zum Herzen Jesu. Alle wichtigen Entscheidungen suchte er im Gebet.

Am 21. Oktober 1911 heiratete er Prinzessin Zita von Bourbon‑Parma. In den gut zehn Jahren ihrer glücklichen und vorbildhaften Ehe wurden dem Paar acht Kinder geschenkt. Noch auf seinem Sterbebett sagte Karl zu Zita: »Ich liebe Dich unendlich!« Am 28. Juni 1914 wurde Karl infolge der Ermordung des Erzherzog Thronfolgers Franz Ferdinand durch einen Attentäter zum Thronfolger Österreich‑Ungarns. Mitten im Ersten Weltkrieg machte der Tod Kaiser Franz Josephs Karl am 21. November 1916 zum Kaiser von Österreich. Am 30. Dezember 1916 wurde er zum Apostolischen König von Ungarn gekrönt. Auch diese Aufgabe sah Karl als Weg der Nachfolge Christi: In der Liebe zu seinen Völkern, in der Sorge um sie und in der Hingabe des Lebens für sie. Die heiligste Pflicht eines Königs – für den Frieden zu sorgen – stellte Karl in den Mittelpunkt seiner Bemühungen während des furchtbaren Krieges. Als einziger aller Verantwortlichen unterstützte er die Friedensbemühungen Papst Benedikts XV. Im Inneren bot er in schwierigster Zeit die Hand zu einer umfangreichen und beispielgebenden Sozialgesetzgebung im Sinne der christlichen Soziallehre. Seine Haltung ermöglichte einen Übergang in die Nachkriegsordnung ohne Bürgerkrieg. Dennoch wurde er aus seiner Heimat verbannt. Auf Wunsch des Papstes, der eine kommunistische Herrschaft in Mitteleuropa befürchtete, versuchte Karl, seine Regierungsverantwortung in Ungarn wieder herzustellen. Zwei Versuche scheiterten, da er unbedingt einen Bürgerkrieg vermeiden wollte.

Karl wurde nach Madeira ins Exil geschickt. Da er seine Aufgabe als einen Auftrag Gottes sah, konnte er sein Amt nicht zurücklegen.

Er lebte mit seiner Familie verarmt in einem feuchten Haus. Dort zog sich Karl eine tödliche Erkrankung zu, die er als Opfer für Frieden und Einheit seiner Völker annahm. Karl ertrug sein Leid ohne Klagen, verzieh allen, die an ihm schuldig geworden waren, und starb am 1. April 1922 mit dem Blick auf das Allerheiligste. Motto seines Lebens war, wie er noch am Sterbebett sagte: »Mein ganzes Bestreben ist immer, in allen Dingen den Willen Gottes möglichst klar zu erkennen und zu befolgen, und zwar auf das Vollkommenste«.

 

Hl. Himana von Looz

Himana von Looz, eine Halbschwester des Kölner  Erzbischofs Konrad von Hochstaden, war seit etwa 1239 Äbtissin im  Zisterzienserinnen-Kloster Salzinnes. 1254/67 nahm sie die verfolgte  Juliana von Lüttich in ihrem Kloster auf. 1256 wurde Himana selbst  vertrieben und fand mit ihren Nonnen Aufnahme im Kloster Flines bei  Douai, wo sie 1267 wiederum Äbtissin wurde. Sie starb dort am 21.  Oktober 1270.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

21.10.2019

Hl. Jean-Baptiste Marie Vianney (1786-1859) Pfarrer von Ars

Wer sich am Sonntag abrackert, weil er denkt, so mehr Geld zu verdienen oder noch produktiver zu sein, der liegt falsch! Können zwei oder drei Francs jemals den Schaden ersetzen, den er sich selbst zufügt, wenn er das Gebot des lieben Gottes bricht? Ihr glaubt, dass alles von eurer Arbeit abhängt; und da trifft euch eine Krankheit, ein Unfall. Es kann eine Kleinigkeit sein: ein Gewitter, Hagel, Frost … .

Arbeitet nicht für die Nahrung, die verdirbt, sondern für die, die für das ewige Leben bleibt. Was bringt euch eure Sonntagsarbeit? Ihr lasst die Erde doch so zurück, wie sie ist, wenn ihr von hier scheidet; ihr nehmt nichts mit. Euer vorrangiges Ziel ist, zu Gott zu kommen; nur deshalb sind wir auf Erden. Meine Brüder, man müsste am Sonntag sterben, und am Montag wieder auferstehen. Der Sonntag ist Gottes Eigentum, der Tag, der ihm gehört, der Tag des Herrn. Gott hat alle Tage der Woche gemacht, er könnte sie alle für sich beanspruchen. Sechs davon hat er uns gegeben und nur den siebten für sich zurückbehalten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 21.10.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 12,13-21

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In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

„Der Drache des Traditionalismus“

Erzbischof Brandes bei seiner Predigt in Aparecida

(Brasilia) Aparecida ist der bedeutendste Marienwallfahrtsort in Brasilien. Er spielt aber auch für Papst Franziskus eine besondere Rolle. 2016 ernannte er den derzeit amtierenden Erzbischof, der die brasilianische Regierung angreift und im „Drachen des Traditionalismus“ die größte Bedrohung für die Kirche sieht.

1534 kamen die ersten Missionare, Jesuiten, in die küstennahe Gegend des heutigen Brasilien. 1717 erschien hier die Gottesmutter Maria. Daraus entstand der mit acht Millionen Pilgern jährlich, größte Wallfahrtsort des Landes.

Aparecida hat auch für Papst Franziskus eine besondere Bedeutung. Dort fand 2007 die V. und bisher letzte Generalkonferenz des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM statt. Der damalige Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Kardinal Bergoglio, leitete die Redaktion des Schlußdokuments. Die Bedeutung für ihn hat aber auch mit einer in manchen Kirchenkreisen geradezu mystischen Verklärung der II. Generalkonferenz zu tun, die 1968 in Medellin stattfand. Die Medellin-Konferenz war stark marxistisch geprägt und wurde zur Initialzündung für die marxistische Befreiungstheologie als eigenständiger, kirchlicher Strömung. 2013 besuchte Papst Franziskus Aparecida im Rahmen seiner ersten Auslandsreise zum Weltjugendtag in Rio de Janeiro.

Beobachter sehen in der derzeit im Vatikan tagenden Amazonassynode das Bestreben, an Medellin anzuknüpfen und auf die Weltkirche zu übertragen.

Am vergangenen Samstag, den 12. Oktober, fand das Nationalfest Unserer Lieben Frau von Aparecida in Brasilien statt. Papst Franziskus übermittelte eine Grußbotschaft. Die riesige, zwischen 1955 und 1980 erbaute Wallfahrtskirche wurde 1981 zur Basilica minor erhoben und ist seit 1984 Nationalheiligtum von Brasilien. 2016 machte sie Papst Franziskus zur Kathedrale des Erzbistums Aparecida, das 1958 von Pius XII. errichtet worden war. Die erste Bischofsernennung erfolgte aber erst unter Paul VI. 1964.

Von 1995–2004 war der Befreiungstheologe Aloisio Kardinal Lorscheider OFM Erzbischof von Aparecida.

2016 ernannte Papst Franziskus Msgr. Orlando Brandes zum neuen Erzbischof und übergab ihm zugleich die größte Kirche Brasiliens als Bischofskirche. Das Marienheiligtum, von Redemptoristen betreut, die – von Erzbischof Brandes geduldet – aus der Sympathie für die Sozialistische Partei und Ex-Staatspräsident Luiz Ignacio Lula da Silva kein Hehl machen.

Erzbischof Brandes, der selbst nicht Synodale der Amazonassynode ist, hielt zum brasilianischen Nationalfest Unserer Lieben Frau von Aparecida die Predigt. Was der Erzbischof dabei sagte, sorgt seither für empörte Reaktionen in Brasilien und in der ganzen katholischen Welt.

Eine „der Absurditäten“ des Oberhirten, wie brasilianische Medien berichten, lautete, daß „die Rechte gewalttätig und ungerecht“ ist. Da der neue, von linken Kirchenkreisen in Brasilien angefeindete, katholische Staatspräsident Jair Bolsonaro zum Hochfest persönlich in der Kathedrale anwesend war, bestand für Beobachter kein Zweifel, daß er der Hauptadressat der erzbischöflichen Angriffe war.

Im Anschluß bemühte sich das Erzbistum die Wogen zu glätten mit dem Hinweis, der Erzbischof habe „die Ideologien“ und nicht die Regierungen gemeint.

Seither kleben seine Worte auf der Weltkirche, in der er ein bedrohliches Monster ausgemacht haben will. Seine Worte klingen unter diesem Blickwinkel nun so:

„Wir haben den Drachen des Traditionalismus. Die Rechte ist gewalttätig und ungerecht, sie richtet den Papst, die Synode, das Zweite Vatikanische Konzil hin.“

Der „Drache“ ist der Geheimen Offenbarung des Johannes entlehnt und meint den Feind, der gegen die Frau, Sinnbild der Gottesmutter, kämpft. Er wird am Ende vom Erzengel Michael und den Engeln besiegt und um jeden Zweifel auszuschließen, fragte der Fernsehsender Globo 1 den Erzbischof direkt. Seine Antwort:

„Die ganze Welt weiß, daß wir auf der Rechten viele Personen haben, die wegen ihrer traditionalistischen Sicht das Vaticanum und den Papst nicht akzeptieren – manchmal unter verschiedenen Namen, manchmal unter alten Namen.“

Für die brasilianische Internet-Tageszeitung Journal da Cidade kommentierte der Rechtsanwalt Guillermo Federico Piacesi Ramos in seiner Kolumne entsetzt:

„Wenn die Kirche heute mit einer Synode die Schaffung eines heidnischen Ökosozialismus predigt, den christlichen Glauben verhöhnt und entweiht, dann ist dies ausschließlich der Befreiungstheologie zu verdanken.“

Und weiter:

„Der pompöse Name ‚Befreiungstheologie‘ ist in der Tat ein bösartiger Plan der kommunistischen Desinformation, um die Kirche von innen zu untergraben und zu schwächen, denn eine Koexistenz von Sozialismus und christlichem Glauben kann es nicht geben.“

Die Amazonassynode und die Predigt von Erzbischof Brandes seien bezeichnende Belege dafür

Andere Kommentatoren sehen die Predigt unter dem Aspekt „Angriff als bestes Mittel der Verteidigung“. Der Erzbischof habe sehr wohl die Regierung Bolsonaro gemeint und zugleich innerkirchliche Kritiker attackiert. Beide werfen führenden Kreisen der brasilianischen Kirche und Papst Franziskus vor, mit der Amazonassynode die marxistische Befreiungstheologie unter dem neuen Schlagwort einer Ökobefreiungstheologie nicht nur rehabilitieren, sondern zum Maßstab für die Weltkirche machen zu wollen.

Quelle: katholisches Bild: Journal da Cidade/Youtube (Screenshots)

Amazonassynode – Berichte der Arbeitsgruppen

Circuli minores wollen verheiratete Priester und Frauendiakonat

Die Synodenarbeitsgruppen haben ihre Vorschläge vorgelegt: Etappe 2 auf dem „synodalen Weg“ zur Zölibatsabschaffung und zur Zulassung von Frauen zum Weihesakrament ist damit vollzogen.

(Rom) Die zweite Synodenwoche war geprägt von der Arbeit in den nach Sprachen getrennten Circuli minores. Deren Berichte sind ausgefallen, wie sie ausfallen mußten. Die Überraschungen, die sie enthalten, sind in Wirklichkeit keine … .

Zu den in den Arbeitsgruppen am häufigsten genannten Anliegen gehören die Forderung nach einer neuen Stellung der Frau in der Kirche und der Zulassung verheirateter Männer zum Priestertum. Anders ausgedrückt: Zölibatsabschaffung und erster Schritt zum Frauenpriestertum.

Das Ende des Zölibats war bereits beim Zweiten Vatikanischen Konzil angestrebt worden, aber am Widerstand nicht zuletzt von Papst Paul VI. gescheitert. Als Trostpflaster wurde der verheiratete Diakon zugelassen. Damit hatte man den Fuß in der Tür.

Es wurde zwar versichert, daß das ständige Diakonat in keiner Weise als Vorstufe zum Priestertum anzusehen sei, doch diese Aussage stand schon damals auf tönernen Füßen, wie alle Beteiligten, die einen bangend, die anderen freudig, wissen mußten. Ab jenem Augenblick war es nämlich nur mehr eine Frage der Zeit, bis sich die geeignete Gelegenheit ergeben würde.

Als Papst Benedikt XVI. gewählt wurde, schienen die Promotoren der 68er-Agenda, da bereits in die Jahre gekommen, zu resignieren. Sein überraschender Amtsverzicht 2013, an dem sie nicht unbeteiligt waren, öffnete ihnen, die meisten schon jenseits der 70, viele bereits hochbetagt, mit einem Schlag Perspektiven, die sie selbst schon nicht mehr für möglich hielten.

2019 soll auf das ständige Diakonat sehr wohl das verheiratete Priestertum folgen. Um mögliche Widerstände der Gesamtkirche auszuschalten, wurde eine Region ausgewählt mit geistig affinem Episkopat. Nicht einmal eine Ortskirche, sondern ein eigens zusammengeschusterter Raum, das Amazonasbecken, der so in der kirchlichen Jurisdiktion nicht existiert.

Parallel dazu wird dasselbe Schema bei den Frauen angegangen. Ihnen soll das Diakonat geöffnet werden, natürlich auch gleich das verheiratete. Wahrscheinlich wird man erneut versichern, daß es sich aber nicht um eine Vorstufe zum Frauenpriestertum handeln werde. Die wirklichen Absichten sind durchschaubar.

Nicht nur eine, sondern gleich viele der Circuli schlagen vor, daß Frauen Anteil am Weihesakrament erhalten sollen. In den Arbeitsgruppenberichten schlägt die handverlesene Selektion der Synodalen mit ganzer Wucht durch.

Ein kleiner, fein säuberlich ausgewählter Kreis soll den Kurs der Kirche bestimmen. Dieser von Franziskus bestimmte Zirkel richtet seine Wünsche an den Papst, der sie aufgreifen kann mit dem Hinweis, nicht eigene Vorschläge anzugehen, sondern „lediglich“ den Wünschen eines geographisch spezifischen Teils der Kirche zu entsprechen. Im Anschluß können dann aber alle Ortskirchen diese Ergebnisse übernehmen, ohne daß Franziskus eine Erlaubnis erteilen muß. Das sind die „Prozesse“, die er „anstoßen“ will. Ein Versteckspiel zur Verschleierung der Verantwortung, vor allem seiner päpstlichen Verantwortung.

Die Synodalen berufen sich bei ihren Vorschlägen auf das Instrumentum laboris (IL), was den Vorwurf einer gelenkten Synode der vorgefertigten Ergebnisse sicher nicht entkräftet.

Was wünschen die Synodalen?

Einige einschlägige Auszüge aus den Berichten der Arbeitsgruppen:

Beispiel 1

„Neben den Diensten des Lektors, der Ministranten, der ständigen Diakone, des Wortdienstes und des Taufdienstes ersuchen wir den Heiligen Vater unter anderem, daß er im Amazonasgebiet  verheiratete Männer zum Priesteramt und Frauen zum Diakonat zuläßt, bevorzugt Indigene, die in ihrer Gemeinde respektiert und anerkannt sind, auch wenn sie bereits eine stabile und etablierte Familie haben, um die Sakramente zu garantieren, die das christliche Leben der Gemeinde begleiten und unterstützen (IL 102,2). Auf diese Weise geben wir der Kirche ein weibliches und ein mütterliches Gesicht.“

Bespiel 2

„Angesichts der entscheidenden Präsenz von Frauen in der Heilsgeschichte wie Maria und die Mission der Kirche, die Heiligen, Kirchenlehrerinnen und Ratgeberinnen der Päpste;
angesichts der Tatsache, daß die Präsenz von Frauen für das Leben und die Sendung der Kirche im Amazonasgebiet von entscheidender Bedeutung ist und das Zweite Vatikanische Konzil das ständige Diakonat für Männer wiederhergestellt hat, weil es für die Kirche gut und nützlich ist, halten wir dasselbe Argument für gültig, um das Diakonat für Frauen in der Kirche im Amazonas zu errichten.“

Beispiel 3

„Das Zuhören vor der Synode brachte den Wunsch zum Ausdruck, viri probati [verheirateten Männern] die Priesterweihe sowie Frauen das Diakonat zu übertragen. Diese beiden Punkte erfordern eine stärkere Reifung und Vertiefung.“

Beispiel 4

„Es ist notwendig, daß in einer synodalen Kirche Frauen pastorale Verantwortung und Führungsverantwortung übernehmen, daß Frauen in der Kirche durch Ämter anerkannt werden; daher wird vorgeschlagen, eine Synode abzuhalten, die sich der Identität und dem Dienst der Frauen in der Kirche widmet und bei der Frauen Stimme und Stimmrecht haben.“

Beispiel 5

„Zur Möglichkeit, die Frage des Diakonats für Frauen in der Kirche zu erörtern: Diese Arbeitsgruppe ermutigt dazu, sich weiter mit dieser Angelegenheit zu befassen, indem man sich mehr mit ihren künftigen Möglichkeiten als mit der Frage ihrer vergangenen Geschichte befaßt.“

Beispiel 6

„Angesichts der Tradition der Kirche ist es möglich, den Zugang von Frauen zu den eingesetzten Diensten des Lektorats und der Ministranten sowie zum ständigen Diakonat anzuerkennen.“

Beispiel 7

„Wir brauchen in dieser Perspektive, daß die Dienste auf gerechte Weise auf Männer und Frauen übertragen werden, wenn sie die Möglichkeit, die Reife, die Tugend und die angemessene Ausbildung haben und das für angemessen erachtet wird, und ebenso bereits geleistete Dienste oder solche die bereits geleistet werden könnten, ob vorübergehend oder ständig, offiziell anerkannt werden: z. B . ständige Diakone, Versöhner, Lektoren, Delegierte des Wortes, Übersetzer, Katecheten, Animateure der Gemeinschaft, Beauftragte für die Caritas, Kommunionspender, Exorzisten-Heiler, Erzähler, Hüter des gemeinsamen Hauses und viele andere mehr, die je nach Kontext oder Bedarf je nach Aufgabe erforderlich sind.“

Beispiel 8

„In Bezug auf die Sendung der Frau in der Kirche wird vorgeschlagen, ein offizielles Amt für Frauen in der Kirche einzurichten (vgl. IL 129 a3), um die Teilnahme an der Kirchenleitung, die kein Weihesakrament erfordert, zu verstärken und zu fördern; immer weitere und relevantere Räume im Bildungsbereich zu gewährleisten: Theologie, Katechese, Liturgie und Schule des Glaubens und der Politik, stärkere Beteiligung an der Ausbildung von Seminaristen (IL 129 c2). Aufgreifen der theologischen Reflexion über das Diakonat der Frau gemäß der Sicht des Zweiten Vatikanischen Konzils (vgl. LG 29, AG 16 IL 129 c2). Überdenken der Ämterstruktur der ganzen Kirche dank der besonderen Art der Frauen, mit den Menschen und für sie zu gehen. Ökonomische Aufwertung der kirchlichen Arbeit von Frauen, indem ihre Rechte garantiert werden und alle Stereotype überwunden werden (IL 146 e).“

Quelle: katholisches Bild: Vatican.va (Screenshot)

Gefeiert am 20. Oktober

Hl. Wendelin – Einsiedler, Abt in Tholey und Nothelfer

* um 554 in Schottland
† 617 in Tholey im Saarland

Wendelin war der Überlieferung nach ein schottischer Königssohn. Aus Ärger über seine religiöse Neigung verlangte sein Vater von ihm, Schafe zu hüten. Mit sechs Genossen wollte er im Alter von 20 Jahren nach Rom wallfahren, gelangte aber nur bis Trier, entweder auf der Hinreise oder nach erlangter Segnung durch den Papst auf der Rückreise.

Dort übernahm Wendelin Hirtendienste bei einem Edelmann und trieb das Vieh bis zu einem sieben Meilen entfernten Berg, wo er gerne betete. Der als räuberisch geschilderte Herr der Herde kam unerwartet vorbei und war erzürnt, dass Wendelin sich so weit entfernt hatte und ihm das zum Verzehr bestimmte Tier nicht rechtzeitig werde bringen können. Doch als der Erboste in seinen Hof zurückkam, war Wendelin bereits dort. Tief erschrocken bat der Herr Wendelin um Vergebung und baute ihm eine Zelle in der Nähe des benachbarten Klosters Tholey, dessen Mönche Wendelin zum Nachfolger ihres verstorbenen Abtes wählten, ohne dass Wendelin je Priester geworden war.

Als Wendelin starb, bestatteten ihn seine Mönche, von vielen Kerzen umgeben, fanden aber am nächsten Morgen den Leichnam neben dem Grab. Sie nahmen dies als Zeichen, dass er woanders begraben sein wollte und spannten Ochsen vor einen Wagen; diese fuhren ihn, von selbst den Weg findend, auf den Berg, auf dem er betend so oft geweilt hatte.

Wendelin wurde erstmals in der von Eberwin, Abt in Trier und Tholey, um 1000 verfassten Lebensgeschichte des Trierer Bischofs Magnerich erwähnt: während Magnerichs Amtszeit habe ein frommer Einsiedler mit Namen Wendelin im Waldgebirge des Vosagus gelebt; zusammen mit Ingobert und Disibod zähle er ihn zu den Deo militantes, Gottesstreitern, die im 6./7. Jahrhundert im Gebiet des Pfälzer Waldes und des Hunsrück gewirkt haben. Das Kalendarium von Stablo kannte im 10. Jahrhundert die Verehrung Wendelins in Basonis Villare, das aufgrund der immer stärker einsetzende Verehrung des Ortsheiligen um 1050 nach ihm in St. Wendel umbenannt wurde; 1360 wurden die Reliquien in den Chor der neu erbauten und nach ihm benannten Wallfahrtskirche in St. Wendel überführt. Im Spätmittelalter förderten die Bischöfe von Trier die Wallfahrten, aber durch die Reformation nahmen die Pilgerströme ab. Im 18. / 19. Jahrhundert kam es zu einer erneuten Blüte. Es gibt kaum einen Volksheiligen, dessen Verehrung so weit verbreitet ist, sagte 2010 der St. Wendeler Pastor Anton Franziskus mit Blick auf die zahlreichen Wendelinuspfarreien in vielen Ländern der Welt.

Drei lateinische Wendelins-Legenden entstanden im 14. und 15. Jahrhundert. Im Rhein-Moselgebiet, aber auch in Bayern, ist Wendelins Verehrung bis heute weit verbreitet. Durch Auswanderer kam sie auch nach Nord- und Südamerika. Bei der heute bedeutendsten Wendelinus-Wallfahrt führt alljährlich die Prozession von der Pfarrkirche in Nussbach, Ortsteil von Oberkirch, durch die Weinberge hoch zur Wendelinuskapelle Bottenau mit circa 100 Pferden und 500 Gläubigen. In jüngster Zeit wird er zunehmend auch als Patron für Natur- und Umweltschutz verehrt.

 

Hl. Cornelius – erster Heidenchrist, Bischof von Cäsarea, Märtyrer

† um 60

Cornelius war Hauptmann der römischen Armee in Cäsarea und durch seine Wohltätigkeit bekannt. Aufgrund einer Vision rief er den Apostel Petrus zu sich, der folgte der Einladung nach einer Offenbarung, die seine Bedenken gegen die Begegnung mit einem römischen Heiden zerstreute. Petrus taufte Cornelius als den ersten Nichtjuden, mit ihm Verwandte und Freunde (Apostelgeschichte 10). Noch vor der in der Urchristenheit umstrittenen Entscheidung zur Heidenmission auf dem Apostelkonzil von 48 wurde so der Grundstein zur Verbreitung des christlichen Glaubens über das Judentum hinaus getroffen und von Petrus begründet (Apostelgeschichte 11, 1 – 18).

Cornelius wurde der Überlieferung nach später Bischof in Cäsarea, er gilt demnach auch als Märtyrer.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria