Die Passion Unseres Herrn Jesus Christus

Jesus erlitt einen schrecklichen Tod

Eine typische Kreuzigung begann damit, dass man den Rücken des Opfers mit Geißeln und Peitschen schlug. Die Römer verwendeten eine Peitsche (flagrum), die aus mehreren Lederbändern bestand, an denen kleine Knochen- und Metallstücke befestigt waren. Die Anzahl der Schläge, die man Jesus verabreichte, ist nicht überliefert; jedoch war nach jüdischem Gesetz die Anzahl 39 (einer weniger als die von der Thora vorgeschriebenen 40, um auf der sicheren Seite zu sein, wenn man sich verzählte). Die Geißelung riss die Haut auf dem Rücken auf, so dass eine blutige Gewebe- und Knochenmasse heraustrat. Das Opfer verlor sehr viel Blut, wodurch oft der Tod oder mindestens Ohnmacht verursacht wurde. Zusätzlich zur Geißelung erlitt Jesus schwere Schläge und weitere Folter durch die römischen Soldaten, auch wurde sein Bart ausgerissen und seine Kopfhaut durch eine Dornenkrone durchstochen.

Nach der Geißelung wurde das Opfer gezwungen, den Querbalken seines eigenen Kreuzes, das patibulum, zur Hinrichtungsstätte zu tragen. Das patibulum konnte gut und gern an die 50 Kilogramm wiegen. Der Bericht zeigt, dass Jesus sein patibulum wahrscheinlich über eine Entfernung von über zwei Fußballfeldlängen getragen hat. Es ist kein Wunder, dass Jesus in seinem durch die Marterung geschwächten Zustand viel Hilfe dabei brauchte. Wenn das Opfer an der Hinrichtungsstätte ankam, wurde das patibulum auf den Boden gelegt, und das Opfer musste sich drauflegen. Spitze Nägel von über 17 cm Länge und etwa 1 cm Dicke wurden durch die Handgelenke geschlagen. Die Nägel durchschlugen den Bereich des Medianus-Nerven und ließen Schmerzwellen die Arme hinauf bis zu den Schultern und zum Genick laufen. Auf der Hinrichtungsstätte war gewöhnlich bereits der etwa 2,20 m hohe Kreuzesstamm, der stipes, aufgestellt. In dessen Mitte war ein grober Sitz als Stütze für das Opfer. Das patibulum wurde dann am stipes emporgehoben, und der Körper des Opfers wurde auf dem Sitz gewaltsam so gedreht, dass seine Füße auf das stipes genagelt werden konnten. Dadurch wurde ein extremer Zug auf die Handgelenke, Arme und Schultern ausgeübt, wodurch die Schulter- und Ellenbogengelenke ausgerenkt wurden. Die durch die Annagelung fixierte Stellung des Körpers hielt den Brustkorb so, dass das Ausatmen äußerst schwer und ein tiefes Einatmen unmöglich war. Es wird berichtet, dass Jesus nach der Geißelung, den Schlägen und dem Tragen des patibulum außerordentlich schwach und ausgetrocknet war. Er verlor wahrscheinlich größere Mengen Blut. Mit der Zeit würden Blutverlust und Sauerstoffmangel schwere Krämpfe, krampfartige Zuckungen und wahrscheinlich Bewusstlosigkeit auslösen.

Letztendlich löste der Mechanismus der Kreuzigung Tod durch Ersticken aus. Um zu atmen war das Opfer gezwungen, die Füße aufzustellen, damit die Lunge sich füllen konnte. Da der Körper immer schwächer und der Schmerz in den Füßen und Beinen unerträglich wurde, war das Opfer gezwungen, gegen die Schmerzen und die Erschöpfung um das Atmen zu kämpfen. Schließlich unterlag das Opfer, total erschöpft oder bewusstlos, so dass es nicht mehr den Körper vom stipes abheben und einatmen konnte. Durch das flache Atmen kollabierten Teile der Lunge, was Hypoxie, Sauerstoffmangel in den Geweben, verursachte. Durch den Blutverlust bei der Geißelung entstand wahrscheinlich eine durch das mangelhafte Atmen bedingte Übersäuerung, die zunehmenden Druck auf das Herz ausübte, das dann zum Kompensieren schneller schlagen musste. In der Lunge sammelte sich Flüssigkeit an. Unter dem Einfluss von Sauerstoffmangel und Übersäuerung versagte schließlich das Herz. Es gibt mehrere verschiedene Theorien, was den Tod Jesu letztendlich auslöste. Eine Theorie besagt, dass sich das Pericardium, der Herzbeutel, mit Flüssigkeit füllte, was einen tödlichen Druck auf das Herz bewirkte, so dass es nicht mehr in der Lage war, Blut zu pumpen. Eine andere Theorie meint, Jesus starb durch einen Herzbeutelriss. Eine weitere Theorie besagt, dass Jesu Tod durch vielerlei Faktoren ausgelöst wurde und in erster Linie mit hypovolämischem Schock (Schock durch Sauerstoffunterversorgung), Erstickung und vielleicht akutem Herzversagen zusammenhing. Einerlei, was schließlich der tatsächliche medizinische Grund für seinen Tod war, der historische Bericht ist sehr klar Jesus durchlitt viele Stunden lang unaufhörlich furchtbare Qualen am Kreuz von Golgatha.

Kreuzigung: Jesus litt für dich und mich

Die Kreuzigungsberichte über Jesus Christus stimmen vollkommen mit den Gebräuchen und Praktiken der Römer jener Zeit überein. Anerkannte heutige Forscher lassen keinen Zweifel daran, dass Jesu furchtbarer und schmerzvoller Tod bewiesen ist. Seine ersten Worte am Kreuz waren: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun (Lukas 23,34). Er dachte an seine Mutter, die weinend neben dem Kreuz stand, und bat seinen geliebten Jünger Johannes, für sie zu sorgen. Zu beiden Seiten Jesu wurden zur gleichen Zeit zwei Räuber hingerichtet. Als der eine Jesus als Herrn anerkannte, sagte Jesus zu ihm: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein (Lukas 23,43). Schließlich drückte Jesus seine vollkommene Hingabe in den Willen Gottes aus, als er sagte: Es ist vollbracht (Johannes 19,30), und: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist (Lukas 23,46). Durchforschen Sie Ihr eigenes Herz. Jesus gab sich selbst freiwillig für Sie und mich hin. Jesus erlitt für Sie und mich einen schrecklichen Tod. Jesus liebte uns so sehr, dass er freiwillig in äußerster Schande und furchtbarem Schmerz für unsere Sünden starb. Ja, die Bibel zeigt uns, dass er, der ohne Sünde war, buchstäblich für uns zur Sünde gemacht wurde. Gott in Menschengestalt ließ sich selbst zur Sünde machen, um uns zu retten. Er trug die ganzen Sünden der Welt ans Kreuz, weil er uns so sehr liebte. Vergessen wir nicht die katholische Definition der heiligen Messe: Die heilige Messe (das Messopfer) ist die Vergegenwärtigung des Kreuzes-Opfers Jesu.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Gefeiert am 19. April

Hl. Leo IX. – Papst

* 21. Juni 1002 in Egisheim, heute Eguisheim im Elsass in Frankreich
† 19. April 1054 in Rom

Leo IX. hieß, bevor er Papst wurde, Bruno. Er wurde 1002 als Sohn der elsässischen Grafenfamilie von Egisheim und Dagsburg geboren. 1026 wurde er Bischof von Toul. Er reformierte das Ordensleben in seiner Diözese, indem er in vielen Klöstern die Bräuche von Cluny einführte. Als er 1049 Papst wurde, berief er ausgezeichnete Männer an die römische Kurie, hielt viele Synoden ab, bemühte sich um die Befreiung der Kirche von der politischen Gewalt und bereitete so den Weg für die Reformen des Papstes Gregor VII. Während seiner Amts­zeit kam es zur großen Kirchenspaltung zwischen Osten und Westen. Leo starb schon 1054. Er war der bedeutendste der wenigen deutschen Päpste.

Güte heißt Opfer

Papst Leos IX. Wahlspruch hieß: „Die Erde ist voll von der Güte des Herrn“ (Psalm 33, 5). Dieses Wort wollte er wahr machen. „Aber Güte, das war nicht ein Gehenlassen, ein energieloses Zugestehen; Güte hieß: op­fernde Hingabe für die innere Not der Kirche.“ (H. Tüchle)

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

19.04.2019 – Karfreitag

Hl. Augustinus (354-430) Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer

Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn“ (Mk 15,39)

„Im Anfang war das Wort.“ Es ist (stets) dasselbe, es ist in derselben Weise; wie es ist, so ist es immer; es kann sich nicht ändern, d. h. es ist. Diesen seinen Namen hat das Wort seinem Diener Moses genannt: „Ich bin, der ich bin“, und: „Der da ist, hat mich gesandt“. Wer also wird dies begreifen, da ihr seht, dass alles Sterbliche veränderlich ist; da ihr seht, dass nicht bloß die Körper sich ändern nach ihren Eigenschaften, durch Entstehen, Wachsen, Abnehmen, Sterben, sondern auch die Seelen selbst durch den Affekt verschiedener Willensstrebungen sich ausdehnen und teilen; da ihr seht, dass die Menschen sowohl die Weisheit erlangen können, wenn sie sich ihrem Lichte und ihrer Wärme nähern, als auch die Weisheit verlieren können, wenn sie sich davon in böser Stimmung entfernen? Da ihr also seht, dass dies alles vergänglich ist, was ist das, was ist, wenn nicht eben das, was hinausgeht über alles, was so ist, dass es nicht ist? Wer also möchte dies begreifen? Oder wer, wie immer er auch die Kräfte seines Geistes anstrenge, um nach Möglichkeit das, was ist, zu erreichen, möchte zu dem, was er wie auch immer im Geiste erfasst hat, gelangen? Denn es ist so, wie wenn einer von ferne das Vaterland sieht und ein Meer dazwischenliegt; er sieht, wohin er gehen soll, aber er hat keinen Weg, wo er gehen könnte. So wollen wir zu jener unserer Unwandelbarkeit (stabilitas) gelangen, wo das ist, was wahrhaft ist, weil dies allein immer so ist, wie es ist; dazwischen liegt das Meer dieser Welt […] Damit also ein Weg wäre, auf dem wir gehen könnten, kam von dorther der, zu dem wir gehen wollten. Und was hat er getan? Er bereitete ein Holz, durch das wir das Meer überschreiten könnten. Denn niemand kann das Meer dieser Welt überschreiten, außer er werde durch das Kreuz Christi getragen. Dieses Kreuz umfasst manchmal auch einer, der schwach ist an den Augen. Und wer nicht von ferne sieht, wohin er gehen soll, der entferne sich nicht von ihm, und es wird ihn ans Ziel führen. Also, meine Brüder, das möchte ich euch ans Herz gelegt haben: wenn ihr fromm und christlich leben wollt, dann schließt euch an Christus an nach dem, was er für uns geworden ist, damit ihr zu ihm gelanget nach dem, was er ist und nach dem, was er war. Er kam, um für uns das zu werden (was er nicht war), indem er das für uns geworden ist, worauf die Schwachen getragen werden und das Meer der Welt überfahren und zum Vaterland gelangen; da wird es keines Schiffes mehr bedürfen, weil man kein Meer zu überfahren hat. Besser ist es also, im Geiste das nicht zu sehen, was ist, und dennoch vom Kreuze Christi sich nicht zu trennen, als dasselbe im Geiste zu sehen und das Kreuz Christi zu verachten. Gut ist es überdies und sogar sehr gut, wenn es möglich ist, dass man sowohl sehe, wohin die Reise geht, als auch an das sich halte, worauf man auf der Reise getragen wird. […] Sie vermochten es und sahen das, was ist. Denn sehend sagte Johannes: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“. Sie sahen das, und um zu dem zu kommen, was sie von ferne sahen, trennten sie sich nicht vom Kreuze Christi und verachteten nicht die Niedrigkeit Christi.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 19.04.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 18,1-40.19,1-42

Jesus ging mit seinen Jüngern hinaus, auf die andere Seite des Baches Kidron. Dort war ein Garten; in den ging er mit seinen Jüngern hinein. Auch Judas, der Verräter, der ihn auslieferte, kannte den Ort, weil Jesus dort oft mit seinen Jüngern zusammengekommen war. Judas holte die Soldaten und die Gerichtsdiener der Hohenpriester und der Pharisäer, und sie kamen dorthin mit Fackeln, Laternen und Waffen. Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, der Verräter, stand bei ihnen. Als er zu ihnen sagte: Ich bin es!, wichen sie zurück und stürzten zu Boden. Er fragte sie noch einmal: Wen sucht ihr? Sie sagten: Jesus von Nazaret. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr mich sucht, dann lasst diese gehen! So sollte sich das Wort erfüllen, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast. Simon Petrus aber, der ein Schwert bei sich hatte, zog es, schlug nach dem Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Diener hieß Malchus. Da sagte Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat – soll ich ihn nicht trinken? Die Soldaten, ihre Befehlshaber und die Gerichtsdiener der Juden nahmen Jesus fest, fesselten ihn und führten ihn zuerst zu Hannas; er war nämlich der Schwiegervater des Kajaphas, der in jenem Jahr Hohepriester war.
Kajaphas aber war es, der den Juden den Rat gegeben hatte: Es ist besser, dass ein einziger Mensch für das Volk stirbt. Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus. Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus in den Hof des hohepriesterlichen Palastes. Petrus aber blieb draußen am Tor stehen. Da kam der andere Jünger, der Bekannte des Hohenpriesters, heraus; er sprach mit der Pförtnerin und führte Petrus hinein. Da sagte die Pförtnerin zu Petrus: Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen? Er antwortete: Nein. Die Diener und die Knechte hatten sich ein Kohlenfeuer angezündet und standen dabei, um sich zu wärmen; denn es war kalt. Auch Petrus stand bei ihnen und wärmte sich.
Der Hohepriester befragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe offen vor aller Welt gesprochen. Ich habe immer in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen. Nichts habe ich im Geheimen gesprochen. Warum fragst du mich? Frag doch die, die mich gehört haben, was ich zu ihnen gesagt habe; sie wissen, was ich geredet habe. Auf diese Antwort hin schlug einer von den Knechten, der dabeistand, Jesus ins Gesicht und sagte: Redest du so mit dem Hohenpriester? Jesus entgegnete ihm: Wenn es nicht recht war, was ich gesagt habe, dann weise es nach; wenn es aber recht war, warum schlägst du mich? Danach schickte ihn Hannas gefesselt zum Hohenpriester Kajaphas.
Simon Petrus aber stand am Feuer und wärmte sich. Sie sagten zu ihm: Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern? Er leugnete und sagte: Nein. Einer von den Dienern des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte, sagte: Habe ich dich nicht im Garten bei ihm gesehen? Wieder leugnete Petrus, und gleich darauf krähte ein Hahn.
Von Kajaphas brachten sie Jesus zum Prätorium; es war früh am Morgen. Sie selbst gingen nicht in das Gebäude hinein, um nicht unrein zu werden, sondern das Paschalamm essen zu können.
Deshalb kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Menschen? Sie antworteten ihm: Wenn er kein Übeltäter wäre, hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert. Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn doch, und richtet ihn nach eurem Gesetz! Die Juden antworteten ihm: Uns ist es nicht gestattet, jemand hinzurichten. So sollte sich das Wort Jesu erfüllen, mit dem er angedeutet hatte, auf welche Weise er sterben werde. Pilatus ging wieder in das Prätorium hinein, ließ Jesus rufen und fragte ihn: Bist du der König der Juden?
Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt?
Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier. Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme. Pilatus sagte zu ihm: Was ist Wahrheit? Nachdem er das gesagt hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus und sagte zu ihnen: Ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen. Ihr seid gewohnt, dass ich euch am Paschafest einen Gefangenen freilasse. Wollt ihr also, dass ich euch den König der Juden freilasse? Da schrien sie wieder: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Straßenräuber. Darauf ließ Pilatus Jesus geißeln. Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und legten ihm einen purpurroten Mantel um. Sie stellten sich vor ihn hin und sagten: Heil dir, König der Juden! Und sie schlugen ihm ins Gesicht. Pilatus ging wieder hinaus und sagte zu ihnen: Seht, ich bringe ihn zu euch heraus; ihr sollt wissen, dass ich keinen Grund finde, ihn zu verurteilen. Jesus kam heraus; er trug die Dornenkrone und den purpurroten Mantel. Pilatus sagte zu ihnen: Seht, da ist der Mensch! Als die Hohenpriester und ihre Diener ihn sahen, schrien sie: Ans Kreuz mit ihm, ans Kreuz mit ihm! Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn, und kreuzigt ihn! Denn ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen. Die Juden entgegneten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er sich als Sohn Gottes ausgegeben hat. Als Pilatus das hörte, wurde er noch ängstlicher. Er ging wieder in das Prätorium hinein und fragte Jesus: Woher stammst du? Jesus aber gab ihm keine Antwort. Da sagte Pilatus zu ihm: Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen?
Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre; darum liegt größere Schuld bei dem, der mich dir ausgeliefert hat. Daraufhin wollte Pilatus ihn freilassen, aber die Juden schrien: Wenn du ihn freilässt, bist du kein Freund des Kaisers; jeder, der sich als König ausgibt, lehnt sich gegen den Kaiser auf. Auf diese Worte hin ließ Pilatus Jesus herausführen, und er setzte sich auf den Richterstuhl an dem Platz, der Lithostrotos, auf hebräisch Gabbata, heißt. Es war am Rüsttag des Paschafestes, ungefähr um die sechste Stunde. Pilatus sagte zu den Juden: Da ist euer König! Sie aber schrien: Weg mit ihm, kreuzige ihn! Pilatus aber sagte zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser. Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde. Sie übernahmen Jesus. Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf hebräisch Golgota heißt. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus. Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war. Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus.
Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf. Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag. Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben. Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab. Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund. Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist. An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Liturgiker des Papstes will überlieferten Ritus einschränken

Andrea Grillo, der Liturgiker, der bei Papst Franziskus Gehör findet, möchte Summorum Pontificum lieber heute als morgen entsorgen und sucht dafür nach Kronzeugen.

(Rom) Ganz im Geist ihrer politischen Analoga fordert auch die kirchliche Linke das Ende der Freiheit. Der Liturgiewissenschaftler Andrea Grillo, ein verbissener Gegner des Motu proprio Summorum Pontificum, der in der Italienischen Bischofskonferenz und in Santa Marta offene Ohren findet, fordert, den Zugang zum überlieferten Ritus unter strenge Aufsicht zu stellen.

Die freie Religionsausübung für Gläubige und vor allem Priester der Tradition sollte, geht es nach dem Liturgiker Andrea Grillo, eingeschränkt werden. Als Grund für seine Forderung nennt er das Motu proprio Summorum Pontificum, das von Papst Benedikt XVI. 2007 erlassen wurde. Summorum Pontificum, das der überlieferten Form des Römischen Ritus in der Kirche wieder Heimstatt einräumte, führe, so Grillo, zu einer „immer lähmenderen Verlegenheit“ im Corpus ecclesiae, weshalb es dringend eine Rückkehr zu einem einheitlichen Ritus brauche – und der könne nur der Novus Ordo sein.

Andrea Grillo lehrt am römischen Päpstlichen Athenaeum Sant’Anselmo des Benediktinerordens Liturgiewissenschaften. Er ist kein isolierter Hasardeur, sondern wird in Santa Marta als eine Art „Hausliturgiker“ von Papst Franziskus sehr geschätzt.

Haßobjekt Summorum Pontificum

Mitte 2017 attackierte er Kardinal Robert Sarah, den Präfekten der römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung mit unglaublicher Härte. Er beschimpfte den Kardinal als „inkompetent“ und „ungeeignet“ für sein Amt. Zugleich beschuldigte er Benedikt XVI., den er nur „Ratzinger“ nannte, Grund des „Scheiterns“ der Kirche zu sein.

Grillos Feindbild, der überlieferte Ritus

Den Zorn des Novus-Ordo-Liturgikers hatte die beharrliche Aufforderung von Kardinal Sarah an alle Priester herausgefordert, zur Zelebrationsrichtung Osten bzw. ad Deum zurückzukehren, und ebenso die von Benedikt XVI. angeordnete Reform der Missale-Übersetzungen in den Volkssprachen.

Grillo ist eine Schlüsselfigur jener innerkirchlichen Geheimkommission, die Papst Franziskus Ende 2016 errichtete. Sie bastelt hinter dem Rücken von Kardinal Sarah, dem zuständigen Präfekten, aber mit Zustimmung von Papst Franziskus an einer „ökumenischen Messe“. Sie wäre nach der radikalen Liturgiereform von 1969 die definitive „liturgische Revolution“, wie Riccardo Cascioli, der Chefredakteur der Nuova Bussola Quotidiana im Juni 2017 schrieb.

Die Existenz dieser Kommission, die der Vatikanist Marco Tosatti am 26. Dezember 2016 enthüllte, wurde vom Vatikan bisher nicht bestätigt, sondern Ende 2017 dementiert. Die entsprechenden Gerüchte und Hinweise halten sich aber hartnäckig und erlauben keinen vernünftigen Zweifel an der Existenz dieser Liturgiekommission. Im Januar 2017 konnte der spanische Kolumnist Francisco Fernandez de la Cigoña sogar die Namen der Kommissionsmitglieder enthüllen – darunter Andrea Grillo.

Grillo gehört zu jenen in der päpstlichen Entourage, die eine Angst vor einem „Verzicht auf den Verzicht“ umtreibt. Was, wenn Benedikt XVI., der weiterhin seinen Papstnamen und zahlreiche sichtbare Zeichen der päpstlichen Würde beibehalten hat, von seinem Amtsverzicht zurücktritt und seine Vollmachten als Papst wieder in Anspruch nimmt? Eine solche Option erscheint zwar altersbedingt immer unwahrscheinlicher. Dennoch deutete Grillo die Sorge an, was geschehen könnte, sollte Papst Franziskus vor Benedikt XVI. sterben. Die Angst vor einer möglichen Reaktion Benedikts treibt den Liturgiker um, wie immer neue, explosionsartig hervorbrechende Angriffe zeigen. Daran wird sich nichts mehr ändern, solange das deutsche Kirchenoberhaupt lebt.

Während andere schweigen, antwortete Kardinal Sarah am 6. Juni 2017 auf die Angriffe gegen Benedikt XVI.:

„Die Arroganz, die Gewalttätigkeit der Sprache, der Mangel an Respekt und die unmenschliche Verachtung für Benedikt XVI. sind diabolisch und bedecken die Kirche mit einem Mantel der Traurigkeit und der Schande. Die Personen zerstören die Kirche und ihre tiefere Natur. Der Christ bekämpft niemanden. Er hat keine Feinde zu besiegen.“

Zugleich betonte er, daß die Kirche vor und nach dem Konzil immer dieselbe Kirche sei und zu sein habe, denn es gebe keine Kirche mit zwei Identitäten.

Ein hartes Pflaster für den überlieferten Ritus

Italien war immer ein hartes Pflaster für den überlieferten Ritus. Das hat verschiedene Gründe. Die Italiener sind als südländisches Volk zwar recht emotional, aber nicht dogmatisch. Zudem gehört die Verbundenheit mit Rom zur Selbstverständlichkeit. Entsprechend untraumatisch erfolgte der Wechsel vom Vetus zum Novus Ordo. Und auf entsprechende Schwierigkeiten stoßen die Gläubigen des überlieferten Ritus, Meßorte zu erhalten. Die Bischöfe stellen sich für ihre Wünsche weitgehend taub.

Dazu kommt ein weiterer Faktor: Die massive Präsenz einer streng moskauhörigen Kommunistischen Partei und einer ganzen Galaxie sie umgebender, weiterer marxistischer Parteien und Organisationen ließ nach dem Zweiten Weltkrieg einen Teil des Katholizismus bereitwillig nach einer Allianz von Sozialismus und Christentum streben und die entsprechende Politisierung akzeptieren. Dadurch wurden die katholische Welt und ihre Institutionen sukzessive, seit den 60er Jahren sogar massiv durchsetzt und zersetzt.

Diese Allianz zeigte sich, als am 1. Juni 2018 die neue italienische Regierung aus Fünfsternebewegung und Lega vereidigt wurde. Ihr gehört als Familienminister Lorenzo Fontana an. Andrea Grillo stützte sich mit unglaublicher Vehemenz auf ihn. Was macht auch Fontana zum Haßobjekt eines Liturgikers? Er ist gegen Abtreibung, Masseneinwanderung, Homo-Ehe, Gender-Ideologie und besucht jeden Sonntag die Heilige Messe im überlieferten Ritus.

Grillo verstieg sich in eine Wortwahl, die bisher nur von der radikalen Linken bekannt war. Er beschimpfte Fontana als „Faschisten“ und schrieb auf Twitter:

Summorum Pontificum ist „Faschismus“

„Eine der Voraussetzungen für Fontanas Faschismus ist Summorum Pontificum. Memento…“

Das heißt, der „Hausliturgiker“ von Papst Franziskus sieht Summorum Pontificum als Ausdruck des „Faschismus“ und damit implizit auch Benedikt XVI. als „Faschisten“. Die verbale Entgleisung Grillos offenbart die Radikalität der unheiligen Verschmelzung des Linkskatholizismus mit der kirchenfernen Linken – auch in der Sprache. Die Tatsache, daß er weder von bischöflicher Seite noch von der Hochschule, an der er lehrt, ermahnt oder sogar abgemahnt wurde, verdeutlicht die Dramatik der innerkirchlichen Situation.

Fontana reagierte gelassen:

„Der Haß der Eliten erschreckt mich nicht“.

Kronzeuge Hans Urs von Balthasar

In den vergangenen Monaten häufen sich in Italien die Angriffe auf Summorum Pontificum auffällig. Unklar ist, ob es sich um eine organisierte Stoßrichtung handelt. Daran beteiligte sich vor kurzem auch Andrea Grillo mit einem Aufsatz auf seinem Blog. Der Blog Come se non,  der auf der Internetseite von Munera – Europäische Kulturzeitschrift geparkt ist, unterstreicht, wie fixiert Grillo vom Feindbild Summorum Pontificum ist, dem zahlreiche Einträge gewidmet sind.

Am 18. Februar führte er Hans Urs von Balthasar als Kronzeugen für das notwendige und berechtigte „Ende des Vetus Ordo“ ins Feld. In seinem 1980 erschienenen Buch „Kleine Fibel für verunsicherte Laien“ führt Balthasar „mit großer Klarheit“ aus, daß der überlieferte Ritus „durch die Liturgiereform auf definitive Weise überwunden“ wurde. Balthasar schreibt, daß gegen alle Kritik der „Traditionalisten“, denen er ein „sektiererisches“ Verhalten vorwirft, doch alles letztlich „für die Konzilskirche und gegen die Traditionalisten“ spreche. Die Heilige Messe habe einer dringenden Erneuerung bedurft, besonders die participatio actuosa aller Gläubigen an der heiligen Handlung, was in den ersten Jahrhundert völlig selbstverständlich gewesen sei. Der Römische Kanon sei unverändert geblieben und die stehende Mundkommunion bis ins 9. Jahrhundert üblich gewesen.

Der Traditionalismus hingegen stütze sich nicht auf eine lebendige Theologie und Philosophie und könne schon allein deshalb heute keine Gültigkeit beanspruchen. Balthasar verweist auf die Ansicht verschiedener Theologen, darunter Joseph Ratzinger, daß der überlieferte Ritus noch eine Übergangszeit parallel zum Novus Ordo weiterbestehen hätte können, sich dann aber auf „organische“ Weise aufgelöst und zur Gänze durch den Neuen Ritus ersetzt hätte.

Soweit einige Aspekte, die von Balthasar in seiner Schrift anführte. Grillo begeistern sie nicht nur, weil Balthasar nicht als „Progressiver“ abgetan werden könne, wie der Liturgiker in seinen Anmerkungen betont. Begeistern dürfte ihn, weil Balthasar sich in seinen Ausführungen mehrfach auf den damaligen Theologen und Erzbischof von München-Freising, Joseph Ratzinger, beruft.

Grillos Quarantäne-Forderungen

Grillo zieht daraus seine Folgerungen. In der „Ratzinger‘schen Autobiographie“ habe dieser der Liturgiereform zwar einen „ergänzenden Charakter“ zugesprochen und den tridentinischen Ritus in der Fassung von 1962 als „unantastbar“ bezeichnet. Die Ausführungen Balthasars würden aber unterstreichen, unter Verweis auf Ratzinger, daß die Liturgiereform von 1969 eine „unabwendbare Notwendigkeit“ gewesen sei, auch wenn die vorherige Form des Römischen Ritus „provisorisch und begrenzt“ weiterhin Schutz genießen könne. Grillos Quintessenz:

Professor für Liturgik an der Benediktinerhochschule Sant’Anselmo in Rom

„Hört man aufmerksam im Abstand von 40 Jahren die Worte von Balthasar erneut, weisen sie den einzig möglichen Weg, um aus einer immer mehr lähmenderen Verlegenheit herauszukommen.“

Daraus formuliert der Liturgiewissenschaftler seine Forderungen:

  • Der Aufschwung der Liturgiereform kann nicht erfolgen, wenn nicht alle an einem einzigen Ritus arbeiten.
  • Der Zugang zum vorherigen Ritus, der dazu bestimmt ist, zu verlöschen, kann nur unter außergewöhnlichen Bedingungen erfolgen, unter der Aufsicht der örtlich zuständigen Autorität.
  • Die „Ausarbeitung“ des neuen Ritus, mit allen Korrekturen und notwendigen Förderungen, kann nur an einem „einzigen Tisch“ erfolgen: Es existiert keine andere Möglichkeit, als daß zwei Ritus-Formen, von denen eine entstanden ist, um die andere zu ersetzen, anderes als Spaltung, Zerrissenheit und Zwietracht hervorrufen können.

Abschließend löst Andrea Grillo die Guillotine aus:

„Er [von Balthasar] wußte bereits vor 40 Jahren, daß das Modell von ‚strukturellen Riten-Parallelismen‘ keine kirchliche Revanche der Vergangenheit gegenüber der Zukunft war, sondern das sektiererische Delirium einer Vergangenheit, die keine Zukunft hat.“

Es sei „äußerst besorgniserregend“, daß ein Mann wie Andrea Grillo bei Papst Franziskus Gehör findet, schrieb Anfang 2017 der spanische Kolumnist Francisco Fernandez de la Cigoña.

Quelle: katholisches.info Bild: Screens.

Gefeiert am 18. April

Hl. Wikterp – Bischof von Augsburg

* Anfang des 8. Jahrhunderts in Epfach bei Landsberg in Bayern
† 18. April 771 in Epfach bei Landsberg in Bayern

Wikterp war der erste geschichtlich gesicherte Bischof von Augsburg, erwähnt erstmals in einem Schreiben von Papst Gregor III. an die Bischöfe in Alemannien und Bayern im Jahr 738. Wikterp machte sich verdient um die Glaubensverkündigung im Allgäu, unterstützte Magnus und seinen Nachfolger im Bischofsamt, Tozzo, weihte die Kirche in Füssen und gilt als Mitbegründer der Städte Kempten, Wessobrunn und Ellwangen.

 

Hl. Ursmar von Lobbes – Bischof und Abt in Lobbes

* um 645 in Floyon im Département Nord in Frankreich
† 18. April (?) 713 in Lobbes in Belgien

Ursmar wurde im Kloster erzogen und wirkte dann als Glaubensbote im Norden von Frankreich und in Flandern. Wohl 689 wurde er zum Abtbischof in Lobbes ernannt, möglicherweise durch Pippin den Mitleren. Hier führte er die Benediktinerregel ein und wirkte als Bauherr: der Bau der Klosterkirche, die 697 geweiht wurde, und der Kirche Notre-Dame auf einem Hügel oberhalb des Klosters – der später nach ihm benannten Kollegiatkirche St-Ursmer – geht auf ihn zurück. Er wird als strenger Asket, eifriger Missionar und Wundertäter geschildert. Auch die Gründung weiterer Klöster und die Verbindungen zum Kloster Maubeuge seien Ursmars Wirken zu verdanken. Um 711 trat er zugunsten seines Schülers Ermin von seinem Amt zurück.

Ursmar wurde in der von ihm erbauten und später nach ihm benannten Kirche St-Ursmer bestattet. 823 wurden seine Gebeine erhoben, 1408 nach Binche im Hennegau überführt, 1794 in der französischen Revolution verbrannt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

18.04.2019 – Gründonnerstag

Hl. Johannes Klimakos (um 575-um 650) Mönch auf dem Sinai

Die Liebe oder der Name Gottes

Gott ist Liebe. Wer Ihn hingegen Definitionen unterwerfen will, der zählt mit Blindheit geschlagen Sandkörner auf dem Boden des Ozeans. Der Beschaffenheit nach ist die Liebe die Ähnlichkeit mit Gott, soweit es Sterblichen möglich ist, ihrer Wirkung nach hingegen die Trunkenheit der Seele und ihrer Eigenschaft nach wiederum eine Quelle des Glaubens, ein Abgrund an Langmut, ein Meer von Demut. Die Liebe ist hauptsächlich das Ablegen jedes entgegengesetzten Willens, falls die Liebe wirklich „an nichts Böses denkt“ (vgl. 1 Kor 13,5). Die Liebe, die Leidenschaftslosigkeit und die Annahme an Sohnes statt, unterscheiden sich allein in der Namensgebung. So wie Licht, Feuer und Flamme zu einer Wirkung zusammenlaufen, so musst du es auch bei diesen verstehen. […] Wer vollständig seine Sinne mit Gott vereinte, wird in Seine Wahrheiten von Ihm selbst eingeweiht. Solange diese nämlich nicht mit Ihm verbunden sind, ist es schwierig über Gott zu sprechen. Wenn das Angesicht eines Geliebten ausreicht, uns völlig zu verändern und uns heiter, freundlich und unbekümmert zu stimmen, was vermag dann erst das Angesicht des Herrn auszurichten, sobald es unsichtbar in eine reine Seele kommt?

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 18.04.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 13,1-15

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 17. April

Max Joseph Metzger – Katholischer Priester

* 3. Februar 1887 in Schopfheim in Baden-Württemberg
† 17. April 1944 in Brandenburg an der Havel in Brandenburg

Max Joseph war im ersten Weltkrieg Divisionspriester und dabei Pazifist geworden. Er gründete danach die Bruderschaft „Una Sancta“ und den „Friedensbund Deutscher Katholiken“ sowie die „Christkönigsgesellschaft vom Weißen Kreuz“. Ein von ihm verfasstes Friedensmemorandum fiel in die Hände der Geheimen Staatspolizei der Nationalsozialisten, führte zu seiner Verhaftung und schließlich nach einem Prozess wegen „Hochverrat und Feindbegünstigung“ zum Tod durch das Fallbeil.

 

Hl. Eberhard – Propst in Obermarchtal

* 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts in Schwaben
† 17. April 1183 in Obermarchtal in Baden-Württemberg

Eberhard, Edler von Wolfeck, war Prämonstratensermönch im Stift von Rot bei Memmingen und wurde Propst in Obermarchtal.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

17.04.2019 – Mittwoch der Karwoche

Seliger Kardinal John Henry Newman (1801-1890)

„Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten“

Als Jesus von seiner Mutter wegging, wählte er sich andere menschliche Freunde – die zwölf Apostel –, so als verlangte ihn danach, jemandem seine Zuneigung schenken zu können. Er wählte sie dazu aus, wie er sagt, „nicht Knechte, sondern Freunde zu sein“ (vgl. Joh 15,15). Er machte sie zu seinen Vertrauten. Er sagte ihnen Dinge, die er anderen nicht sagte. Es war sein Wille, sie zu bevorzugen, nein, sie zu verwöhnen, so wie ein Vater sich seinen Lieblingskindern gegenüber verhält. Er machte sie durch die Dinge, die er ihnen sagte, gesegneter als Könige und Propheten und weise Männer. Er nannte sie „seine Kinder“ (vgl. Joh 13,33) und zog sie für den Empfang seiner Geschenke „den Weisen und Klugen“ (vgl. Mt 11,25) vor. Er jubelte, als er sie seligpries, dass sie in all seinen Prüfungen bei ihm ausgeharrt hätten (vgl. Lk 22,28). Und wie in Dankbarkeit kündete er an, dass sie auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten würden (vgl. Lk 22,30). Er fand Trost in ihrer Zuneigung, als seine große Prüfung sich näherte. Er versammelte sie beim Letzten Abendmahl um sich, als wenn sie ihm Halt geben könnten. „Mit Sehnsucht“, sagt er, „habe ich danach verlangt, dieses Paschamahl mit euch zu essen, bevor ich leide“ (vgl. Lk 22,15). Es bestand also ein gegenseitiger Austausch der Güter und eine innige Zuneigung zwischen ihnen. Es war jedoch sein anbetungswürdiger Wille, dass auch sie ihn verlassen und er sich selbst überlassen bliebe. Einer verriet ihn, ein anderer verleugnete ihn, die übrigen liefen von ihm weg und ließen ihn in den Händen seiner Feinde zurück […] Er trat also die Kelter allein. Er, der allmächtig war und selig und der seine eigene Seele mit der vollen Herrlichkeit der Schau seiner göttlichen Natur erfüllte, wollte dennoch diese Seele allen Schwächen unterwerfen, die von [der menschlichen] Natur aus zu ihr gehören. Und wie er sowohl die Freude über die Zuneigung als auch die Trostlosigkeit unter der Abwesenheit menschlicher Freunde ertrug, so konnte er – und tat es, da es ihm gefiel – dem Licht der Gegenwart Gottes entsagen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria